Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Wenn eine Gemeinschaft auf Dauer funktionieren soll, ist es notwendig, gemeinsam Lösungen für anstehende Probleme zu finden, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und auf äußere Veränderungen entsprechend zu reagieren. Leben ist Entwicklung und Veränderung – dies gilt auch für die Lebendigkeit der Kirche. (Foto: privat)

„back to the roots“

Von Gemeindereferent Stefan Horn

Die erste Lesung in der katholischen Liturgie zwischen Ostern und Pfingsten wird der Apostelgeschichte entnommen. Unter dem Motto „back to the roots“ wird der Blick auf die ersten Gemeinden gelenkt - dies ist nicht nur für Theologen interessant, sondern für alle, denen an lebendigen Gemeinden heute liegt!
Da gab es in Jerusalem die Gemeinde, welche aus den „eingesessenen Hebräern“ bestand und mit den religiösen Bräuchen in Israel vertraut war. Dann gab es die Menschen aus dem griechisch geprägten Kulturraum, welche erst im Alter nach Jerusalem zogen und jede soziale Bindung verloren.
Letztere galten als liberaler. Im Alter fühlten sie sich gegenüber den Judenchristen vernachlässigt. Das war kein harmloser Verdacht, sondern eine Zerreißprobe. Man konnte jetzt so zutun als sei alles gar nicht so schlimm und es bleibt wie es ist oder die Herausforderung sehen und gemeinsam mit den Betroffenen nach einer Lösung suchen.
Die Apostel riefen eine Vollversammlung der Christen ein, um zu einer tragfähigen Lösung zu kommen. Aus der Not heraus wurde ein Schritt nach vorne gewagt. Die Glaubwürdigkeit der Botschaft Jesu Christi mit dem Markenzeichen "Seht, wie sie einander lieben!“ sollte nicht durch innerkirchliche Vernachlässigung in Frage gestellt sein. So konnte sich das Wort Gottes (gut) ausbreiten.
Auch Heute ist da viel Mut und Phantasie gefragt, weil Althergebrachtes nicht mehr trägt. Die Situation der Kirche von heute ist nicht mehr die von einst und schon lange nicht mehr jene der Anfänge. Wir Christen sind zu Bausteinen dieser Kirche berufen und dürfen mit unserem je eigenen Christsein der Kirche Form geben.
Und je mehr Bausteine sich einbinden lassen, desto spannender, interessanter, attraktiver und strahlender wird das Bauwerk.