Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Kirsten Fricke ist Gefängnisseelsorgerin an der Justizvollzugsanstalt Sehnde. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

Mein Vorsatz für 2017; Ich will mehr Papst sein . . .

Von Pastorin Kirsten Fricke

Als Joseph Ratzinger 2005 Papst wurde, war er ein Papst des Establishments, genauso wie die ev.-luth. Kirche es erwartet hatte.
2013 kam Franziskus und alles hat sich geändert. Er ist zwar noch meilenweit von der Ökumene entfernt, wie seine Vorgänger, aber er setzt Zeichen wie am 31. 10. 2016 in Lund.
Er zeigt allen Christen auf der Welt, wie man eines der höchsten Ämter der Welt auch bekleiden kann: Mit Demut und christlicher Nächstenliebe.
Man muß nicht lange suchen, um Beispiele zu finden: Am Gründonnerstag 2013 geht der mächtigste Mann der Welt in seinem hohem Alter auf die Knie und wäscht 12 verurteilten Strafgefangenen die Füße. In Demut, wie Jesus es bei den Jüngern getan hat.
Am „Tag der Gefangenen“ waren im Petersdom nicht nur rund 3000 Angehörige von Strafgefangenen, Gefängnis-Seelsorger und Wachleute eingeladen, sondern auch rund 1000 Häftlinge.
Oder es gibt das Heer der Vatikan-Angestellten, das jeden Morgen den „Nachbarn“, den Obdachlosen in der Nähe des Vatikans frisches Brot und feinste Delikatessen zu ihren Behausungen bringt, denn „sie sind uns so lieb wie Jesus selbst und für Jesus sollte uns doch nichts zu teuer sein.“
Kleine Gesten.
Leise Gesten.
Keine Show, keine Propaganda.
Endlich ein Papst, der das Christentum wirklich vorlebt.
Endlich ein Papst, der zu jeder Zeit als ein echtes Vorbild für alle Christen herhalten kann.
Endlich ein Papst, der wieder für das Christentum begeistert.
2017 will ich mehr „Papst“ sein.