Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Pastor Harald Gerke ist Diakoniepastor des Diakonieverbandes Hannover Land (DVHL). (Foto: Diakonieverband)

Das „Willkommen bei uns“ für Geflüchtete erfahrbar machen - Von Diakoniepastor Harald Gerke

Manchmal habe ich in den letzten Tagen gedacht, etwas mehr Luft auf den Reifen meines Fahrrades wäre gut. Heute pumpe ich die Reifen auf. Jetzt geht es viel leichter vorwärts. Ich denke an die „Woche der Diakonie“ vom 4. bis 11. September und spiele beim Radfahren mit deren Motto „Willkommen bei uns“.
Zuerst fallen mir geflüchtete Menschen ein. Viele Freiwillige packen energisch mit an und machen dieses „Willkommen bei uns“ für Geflüchtete erfahrbar.
Trotzdem bleibt vieles offen. Eine Veranstaltung am 7. September ab 19.30 Uhr im Benefizz-Laden in Burgdorf beschäftigt sich mit dem Thema Flucht: „Unschuldig im Gefängnis“.
Stefan Schmidt (Kapitän des Rettungsschiffes Cap Anamur) berichtet von seinen Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer. Zu diesen Erfahrungen zählt auch ein Gefängnisaufenthalt in Italien.
„Willkommen bei uns“ greift weiter. Es gilt allen Menschen, gleich ob sie wohnungslos sind, sich verschuldet haben, ihnen das Nötigste zum Leben fehlt, sie Pflege für sich oder Angehörige benötigen oder Abschied nehmen müssen.
Wie gut tut es, in einer solchen Situation die Erfahrung zu machen, dass jemand Zeit hat für ein wertschätzendes Gespräch - oder sogar konkrete Hilfe anbieten kann.
Es macht einfach mehr Spaß in einer Gesellschaft zu leben, in der sich die Menschen gegenseitig willkommen heißen und fördern. Die Tasse Kaffee, der Umgangston, der freundliche Raum – das macht den Unterschied. Das ist dann wie Radfahren mit einem gut aufgepumpten Reifen.