Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Heidrun Kück-Witzig ist Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uetze-Katensen. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

„ . . . etwas Besseres als den Tod findest du überall . . .“

Von Pastorin Heidrun Kück-Witzig

„ . . . etwas Besseres als den Tod findest du überall . . .“ sagte der Esel zum Hahn im Märchen der Bremer Stadtmusikanten der Gebrüder Grimm und der schliesst sich diesem ungewöhnlichen Musikensemble aus Katze, Hund und Esel an, um dem sicheren Tod zu entkommen und dem Rest seiner Tage noch etwas Lebensqualität abzugewinnen.
Flucht- und Migrationsbewegungen sind so alt wie die Welt- und Menschheitsgeschichte, um etwas Besseres als den Tod zu finden, ganz gleich, ob es sich um die Flucht der Israeliten aus Ägypten, der Hugenotten aus Frankreich, der Deutschen nach Brasilien oder Amerika oder um die aktuellen Fluch(t)räume der Gegenwart handelt. Krieg und Gewalt, soziale, wirtschaftliche und politische Probleme geben dem drohenden Tod ganz unterschiedliche Gesichter, aber Gründe genug, um alles Vertraute zu verlassen und andernorts bessere Lebensbedingungen zu suchen. Vorbehalte, Ängste, Ablehnung bis hin zur Gewalt stehen dem gegenüber. Natürlich: alles Fremde ist verunsichernd bis man sich miteinander vertraut gemacht hat. Integration meint nicht nur, dass die anderen etwas tun müssen, um dazu zu gehören, sondern auch eine Aufgabe an uns alle, das Eigene und das Fremde zu verbinden. Ich bin dankbar, dass sich viele Institutionen, Vereine, Verbände und Einzelne darum kümmern, dass das Zusammengehören möglich wird. Gelassenheit, langen Atem und eine gute Portion Gottvertrauen braucht es dafür, dass „überall“ auf jeden Fall auch „hier“ ist. Ich jedenfalls finde das wunderbar!