Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Johann Christophers ist Pastor in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ilten-Höver-Bilm. (Foto: Kirchenkreis Burgdorf)

„Wir haben uns im Internet kennengelernt!“

Von Pastor Johann Christophers

Das junge Brautpaar sitzt bei mir im Amtszimmer. Es entwickelt sich ein sehr entspanntes Gespräch. Formales wird geklärt, Fragen beantwortet, zwischendurch wird kräftig gelacht. Als ich frage, wie sie sich denn kennengelernt haben, schmunzeln beide.
„Wir haben uns im Internet kennengelernt.“ Ich erwidere, dass das heute gar nicht so selten ist. Und die beiden erzählen von der ersten Begegnung im Internet und davon, dass sie anschließend einen Ski-Urlaub lang WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht haben.
„Und dann haben wir uns getroffen.“
Das erste Mal in Hannover am Maschsee. Das Wetter ist eisig, es gibt Glatteis und die Schuhe sind nicht passend.
Nun sitzen wir zusammen und besprechen die kirchliche Trauung. Mit dem Wonnemonat Mai beginnt die Trausaison. Ich freue mich für dieses Ehepaar, dass sie so freudig diesen Schritt in die Ehe tun. Und als ein geschiedener Mann weiß ich durchaus, dass das Standesamt und die kirchliche Trauung nicht der Garant dafür sind, dass eine Beziehung gelingt „bis der Tod scheidet“.
Am Ende des Gesprächs tauschen wir unsere Mail-Adressen aus.
Sich im Internet begegnen, die sozialen Netzwerke für eine persönliche Kommunikation nutzen, per Mail miteinander in Kontakt bleiben - ich finde solche Formen der menschlichen Begegnung sind ein Segen für das Leben. Allein die reale Begegnung toppt immer noch die virtuelle. Wenn ich mich mit einem anderen Menschen persönlich vernetze, dann kann das „Netz“ (Internet) zwar hilfreich sein, aber die reale Begegnung nicht ersetzen.
Bei der Trauung werden die Schuhe des Brautpaares passen, da bin ich mir sicher. Im Gottesdienst werden wir zusammen singen und beten; und ich werden ihnen den Segen Gottes zusprechen. Das Gespräch im Amtszimmer hat uns vernetzt - Gott sein Dank!