Rubrik "Glaubenssache" im MARKTSPIEGEL:

Stefan Horn ist Gemeindereferent der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus in Burgdorf. (Foto: St. Nikolaus Burgdorf)

Christensein zwischen Zutrauen und Zumutung . . .

Von Stefan Horn, Burgdorf

Am dritten Sonntag in der Osterzeit wird in der katholischen Liturgie das Evangelium von der Erscheinung des Auferstandenen am See vorgetragen. Vor allem den ersten Teil finde ich besonders wichtig. Alles fängt damit an, dass Petrus zurückkehrt in seine galiläische Heimat. In seinen alten Beruf. Die Zeit mit Jesus scheint zu einer Begebenheit zu werden, so als sei nichts geschehen.
Alle Ostererzählungen vermitteln irgendwie den Eindruck, dass die Jünger aus der Zumutung des Karfreitags, das Zutrauen für Ostern erst erlernen müssen. Das alltägliche Tun ist von Erfolglosigkeit, gekennzeichnet, denn sie fangen nichts. Und genau an dieser Stelle geschieht die österliche Berufung, das Vertrauen und der Mut werden angefragt. Gegen jede Erfahrung und gegen besseres Wissen werfen sie die Netze wieder aus. Nun werden sie mit einem reichen Fang beschenkt. Jetzt erkennen Sie den Auferstandenen und Petrus wagt jetzt auch den Sprung ins Wasser. Dann kommt es zur Begegnung, zum Morgenmahl.
Die Botschaft dieses Evangeliums ist für mich: Nimm dein Netz, nimmt deine Fähigkeiten und setze sie ein! Du wirst die Fähigkeiten immer wieder neu einsetzen müssen, wenn du dem Auferstandenen begegnen willst. Wer diesen Weg gehen will, wer sich einlässt auf den, der für uns in diese Welt gekommen ist, der muss manchmal bis in die große Leere gehen. Gerade in diesen Zumutungen, geschieht das Unerwartete, das Wunder des Glaubens indem wir offen bleiben für Gottes Wirken. Da geht es nicht ums „Kuscheln“ bei Kaffee und Kuchen in Kreisen eines Gemeindehauses. Dann feiern wir nicht nur das Abendmahl in Jerusalem sondern auch das Morgenmahl am See und begegnen den Auferstanden. Dann bleibt viel zu verkünden von der Zumutung des Kreuzes.