Reise ins Viktorianische Zeitalter

Dampfwolkenschnaubend zog der niederländische Steamroadster durch den fantasievoll verwandelten Burgdorfer Schlosspark. (Foto: Georg Bosse)

Jule Vernes „Nautilus“ tauchte im Burgdorfer Schlosspark auf

BURGDORF (gb). Das durchwachsene Wetter am Wochenende hielt etliche Burgdorfer und ihre Gäste nicht davon ab, sich im Schlosspark auf „Eine fantastische Zeitreise à la Jules Verne“ zu begeben.
Der französische Schriftsteller (1828-1905) lebte in einer Epoche, die als Viktorianische Ära bezeichnet wird und vom rasanten technischen Fortschritt sowie von großen Entdeckungsreisen geprägt war. Ein guter Nährboden für Reise- und Abenteuergeschichten mit einer guten Portion Science-Fiction.
Hinter der „Alten Landratsvilla“ (Rathaus II) tat sich für die Besucher eine Welt voller fantasievoll kostümierter Zeitgenossen aller Herren Länder auf. „Zum Viktorianischen Schlosspark-Spektakel in Burgdorf haben sich Menschen aus ganz Europa auf den Weg gemacht. Sie kommen beispielsweise aus Dänemark, Frankreich und aus den Niederlanden“, erklärte Veranstalter Olaf Schulz, der mit Frau Ulrike seit 20 Jahren historische Veranstaltungen „mit Herzblut“ auf die Beine stellt.
Musikalisch umrahmt wurde der Markt im Park von der Gruppe „Pestilenzia“ aus Seesen, deren temperamentvoll vorgetragenes Liedgut Mittelalterfeeling aufkommen ließ. Zwischen Kuriositäten-Kabinett und Kräuterhändler, dem Falkenflüsterer und Salbenhersteller sowie zwischen Taverne und Tafelsilberschmiede zog hin und wieder das drohende Krachen eines „mechanischen Biestes“ die Blicke auf sich.
Das Ungetüm war der mächtige Steamroadster des niederländischen „Abacus“-Theaters, das, vom Maschinisten Jan Wessels bedient, auf seinem Weg Dampfwolkenfahnen schnaubte. Dampfmaschinenmodelle ließ Ulrich Schulz (Schwüblingsen) von den „Freunden historischer Fahrzeuge Immensen“ an seiner Bude schnaufen und machte dabei auch auf das 23. Dreschefest „Heuernte“ am 19./20. August in Immensen aufmerksam.
„Für einen Moment kann hier jeder sein, wer er will. Und dabei möchten wir als große Ausrichterfamilie den Historienspaß spielerisch vermitteln“, so Olaf Schulz.