Recken können beim Tabellenletzten siegen

Kapitän Torge Johannsen geht mit Vorbildcharakter voran und will beim Tabellenletzten HSC 2000 Coburg unbedingt einen Sieg schaffen. (Foto: st)

Absteiger HSC 2000 Coburg sollte nicht unterschätzt werden

BURGDORF (st). Das sollte für die TSV Hannover-Burgdorf doch eigentlich ein leichtes Spiel sein. Trainer Jens Bürkle warnt seine Spieler aber eindringlich davor, den nächsten Gegner auch nur annähernd zu unterschätzen. Er hat allen Grund dazu, denn der nächste Gegner ist gefährlicher, als man denken möchte und wird in eigener Halle den Recken alles abverlangen. Gemeint ist das drittletzte Spiel der TSV Hannover-Burgdorf in der Handball-Bundesligasaison 2016/2017 beim Auf- und auch bereits feststehende Absteiger HSC 2000 Coburg.
Alles andere als ein Erfolg am heutigen Mittwoch, 31. Mai, ab 20.15 Uhr, in der HUK-Coburg Arena in Coburg wäre eine große Enttäuschung. Aber die TSV Hannover-Burgdorf dürfte gewarnt sein. Im Hinspiel in Hannover konnten sich Joakim Hykkerud und seine Mitspieler nur ganz knapp mit 29:28-Treffern durchsetzen. Im Spielverlauf waren beide Teams gleichwertig und die Recken konnten sich nicht mit mehr als drei Toren absetzen. In der 59. Spielminute lagen sie sogar mit einem Treffer in Rückstand. Erst zwei Goals von Morten Olsen und Timo Kastening entschieden die Partie zugunsten der TSV.
Es wird also kein Spaziergang in Coburg. Der Gastgeber ist zwar bereits abgestiegen, der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz ist drei Spieltage vor Abschluss der Serie bereits zu groß, aber in eigener Halle wollen sie sich noch einmal mit einer guten Leistung präsentieren. Bürkle und seine Akteure werden deshalb gut beraten sein, wenn sie Spiel und Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie haben gegenüber ihren Fans noch etwas gut zu machen. Die Durststrecke mit dreizehn sieglosen Spielen in Folge ist bitter und ließ die Recken nach toller Hinrunde auf den elften Platz zurückfallen. Ein überzeugender Sieg auswärts würde auch den Dauerkartenvorverkauf für die neue Saison, der für die alten Dauerkarteninhaber bereits gestartet ist, ein wenig ankurbeln. Letztlich zählen Leistungen und diese wollen die Spieler um Sven-Sören Christophersen in den folgenden Spielen noch zeigen.
Aus dem Kader der Coburger ragte im Hinspiel Nico Büdel heraus. Der im linken Rückraum und auf der mittleren Position eingesetzte Rückraumspieler erzielte 13 Tore und war der Garant dafür, dass sich die TSV nie entscheidend absetzen konnte. Aber auch aus dem rechten Rückraum kam Gefahr durch Stefan Lex und Rechtsaußen Florian Billek, der mit fünf Treffern seine Qualitäten zeigte. Auswärts haben die Coburger bisher erst drei Punkte erzielt. In eigener Halle immerhin schon vier Siege feiern können. Mit dem erfahrenen Keeper Jan Kulhanek, Kreisläufer Dominic Kelm oder mit Adnan Harmandic, der ebenfalls aus dem Rückraum gefährlich sein kann, wollen sie einen weiteren Heimsieg.
Für die Bürkle-Schützlinge wird deshalb von Beginn an Gegenwehr zu erwarten sein. Die Mannschaft der TSV muss sich gleich sehr präsent geben, aber auch bei einem Vorsprung nicht nachlassen, wie in den vergangenen Spielen und darf den HSC nicht zur Entfaltung kommen lassen. Haben die Spieler um Coach Jan Gorr erst einmal Oberwasser bekommen und wittern ihre Chance auf eine Überraschung, dann wird das Publikum hinter ihnen stehen und es wird nicht leicht für die Recken, die Begegnung in den Griff zu bekommen und einen Erfolg zu realisieren.
Gelingt Lars Lehnhoff und Co aber eine in Abwehr und Angriff überzeugende Vorstellung, in keiner Phase eine Schwäche und eine gute Chancenverwertung, dann sollte ein doppelter Punktgewinn aus Coburg mit nach Hannover gebracht werden können. Vor den letzten beiden Partien der Spielzeit in der kommenden Wochen gegen den TBV Lemgo (7.Juni) und beim Bergischen HC (10.Juni) wäre das ein richtiges Zeichen für einen starken Endspurt.