Ratsschießen ist der Auftakt zur Schützenfestzeit

Jörg Hoppe kann es kaum glauben, reckt aber die beiden schweren Holzscheiben als Doppelsieger in die Höhe. (Foto: Holger Staab)
 
Detlef Rode, Rolf Hoppe, Silke Hartung, Jörg Hoppe und Urs-Uwe Simanowsk präsentieren die diesjährige Volksscheibe und das Plakat mit „PiWi“ zum Burgdorfer Schützenfest 2013. (Foto: Holger Staab)

„Doppelter“ Jörg Hoppe schoss sich in die Geschichtsbücher

BURGDORF (hs). Das Schützenfest in Burgdorf wird in diesem Jahr vom 20. bis zum 23. Juni 2013 gefeiert, aber das Ratsschießen ist eigentlich schon der Start zum traditionellen Volks- und Schützenfest, das in diesem Jahr in seinem 420. Jahr stattfindet und damit das älteste und traditionsreichste Fest der Stadt ist. Das von der Stadt Burgdorf und der Burgdorfer Schützengesellschaft durchgeführte Ratsschießen wurde am vergangenen Mittwoch im Schützenheim Burgdorf durchgeführt. Dabei treten Ratsherren sowie Vertreter der Verwaltung und auch die Vorstandsmitglieder der Kooperationen der Schützen an, um auf die Scheiben zu schießen.
Es gibt zwei Trophäen, die sehr beliebt sind und gern mit nach Hause genommen werden. Auf die Rats- und die Schützenscheibe wird im gleichen Modus, fünf Schuss mit dem Kleinkalibergewehr auf eine 50 Meter entfernte Scheibe geschossen. Der Teilnehmer, der den beste Teiler, also die geringste Abweichung von der Mitte, erzielt, gewinnt und darf die großen Holzscheiben ein Jahr als sein Eigentum betrachten.
Aber nicht nur das Schießen, also der sportliche Wettbewerb, stand im Vordergrund dieses traditionellen Abends, auch die Gespräche rundherum gehören von Beginn an zu dem geselligen Teil des Abends. Hier können sich die Schützen mit der Verwaltung austauschen, Probleme diskutieren und schon mal organisatorische Dinge für die bevorstehende Großveranstaltung Schützenfest besprechen.
Dazu die 1. Schießsportleiterin Silke Hartung: „Insbesondere mit der Stadtverwaltung gibt es im Laufe eines Jahres viele Kontakte, aber auch mit den Mitgliedern des Rates der Stadt Burgdorf gibt es hier und da Gespräche. Dabei geht es überwiegend um rechtliche und organisatorische Themen, die den Schießsport betreffen. Und hier erfahre ich, wie auch schon mein Vorgänger Urs-Uwe Simanowsky, sehr viel Unterstützung und eine tolle Zusammenarbeit.“
Das Schützenfest soll auch in diesem Jahr wieder ein Highlight für Burgdorf werden. Und es wird einige Änderungen zu den vergangenen Jahren geben. Die wohl größte Veränderung ist ein neuer Festwirt. Seit vielen Jahren hatte das Gasthaus Fricke aus Sievershausen das Zelt bewirtschaftet. Jetzt heißt der Wirt Danny Ahrend und kommt mit eigenem Zelt und eigener Bewirtschaftung aus Ilsede. Das Festzelt wird moderner sein als zuvor und die Kooperationen der Schützengesellschaft werden auch nicht mehr in abgeschotteten, sondern nur noch durch einen niedrigen Zaun getrennten offenen Bereichen residieren. Es wird auch eine Cocktail-Bar geben und alle drei Abende gibt es Discomusik mit dem DJ Party Team.
Auch der Festplatz soll reich an Attraktivitäten werden. Mit einem der modernsten deutschen Autoscooter und dem „Flash“, einem Fahrgeschäft mit Nervenkitzel und spektakulärem Fahrspaß pur, sollen alle Burgdorfer angelockt werden. „Der Festplatz hat es verdient, besucht zu werden“, meinte der 1. Vorsitzende der Burgdorfer Schützengesellschaft Jörg Hoppe im Vorfeld des Ratsschießens.
Kurz vor der Siegerehrung zum Ratsschießen machte die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Burgdorf, die den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Alfred Baxmann vertrat, noch einmal deutlich, dass das Schützenfest zu Burgdorf gehört und die Finanzierungsprobleme des Stadtfestes, die oft nur durch Sponsoren gedeckt werden können, diesem Fest nicht schaden sollten: „Wir sorgen dafür, dass Teamgeist in unserer Stadt weiter gewahrt bleibt. Lassen sie sich nicht entmutigen, auch wenn die Kosten steigen und finanzielle Engpässe auftreten.“ Jörg Hoppe dankte denn auch den viele Sponsoren, die jedes Jahr die Schützengesellschaft unterstützen.
Zu einem sportlichen Wettbewerb gehört selbstverständlich auch die Siegerehrung und die brachte für die beiden Scheiben einen Sieger hervor: Jörg Hoppe. Seit 1979, damals konnte Jürgen Schlüter beide Scheiben gewinnen, gab es keinen Doppelsieger. Hoppe konnte sich nun mit diesem Doppelerfolg in die Geschichtsbücher der Stadt und der Schützengesellschaft eintragen. Die Ratsscheibe sicherte er sich mit einem 148,6-Teilerschuss. Mit gebührendem Abstand folgten Karl-Heinz Bludau (175,0) und Iris Simanowsky (223,0) auf den Plätzen zwei und drei. Die Schützenscheibe ging mit einem 64,1-Teiler an Hoppe und die Freude über den Erfolg stand ihm im Gesicht geschrieben. Er verwies mit diesem tollen Schuss Robert Lehmann (124,5) und Hans-Joachim Ehrhardt (312,0) auf die weiteren Plätze.