Ramlinger Erntefest erklärt

Michael Thürnau (von links), Timo Wöhler, Manfred Meyer und Andreas Buchholz sprachen im NDR-Hörfunkstudio.

Hörfunk-Thema in der Plattenkiste bei NDR 1

RAMLINGEN. Im Hörfunk NDR 1 lief am vergangenen Mittwoch, zwischen 12 und 13 Uhr, ein Gespräch unter den Ramlingern Timo Wöhler, Manfred Meyer und Andreas Buchholz mit Hörfunk-Moderator Michael Thürnau. Thema war die Arbeit der Dorfgemeinschaft , die gerade das 50. Erntefest für das kommende Wochenende vorbereitet. Ramlingen hat rund 500 Einwohner. Landwirtschaft wird von vier Haupterwerbs- und einem Nebenerwerbsbetrieb geleistet. "Weil die Dorfgemeinschaft noch immer fest zusammenhält, kann ein großes Erntefest gefeiert werden", erklärte Timo Wöhler. Auftakt zum Erntefest ist bereits am Freitagabend, dann gibt es den Dorfabend im Festzelt, und die Rolle der Stargäste auf der Bühne übernehmen Dorfbewohner einfach selbst. Auf diese Weise gab es schon einen Auftritt von Helene Fischer - nicht echt, aber komisch. Wer dieses Jahr wen darstellt, verriet Timo Wöhler noch nicht. Geheimhaltung sei ein wichtiger Punkt im Festgeschehen. Am Sonnabend wird Hannelore I. - die bisherige Erntekönigin - abgeholt und mit einem Festumzug zum neuen König oder zur neuen Königin geführt.
Der Termin ist stets fix. "Am letzten Wochenende im September ist seit nunmehr 30 Jahren Erntefest, auch wenn in diesem Jahr ein neuer Bundestag gewählt wird", erzählte Andreas Buchholz. Verkleidungen gehören zum Programm des Erntefestes und so sei es nicht unwahrscheinlich, dass ein Kamel, ein Esel oder ein seltsamer Vogel im Dorf unterwegs sind und so auch an die Wahlurne treten.
Als im Jahr 1964 kein traditionelles Fest mehr in Ramlingen stattfand, taten sich die Bürger zusammen, 1968 wurde so das erste Erntefest gefeiert. Seit Wochen werden nun Erntewagen für den Umzug vorbereitet, der sich am Sonnabend mit vier Musikzüge in Bewegung setzt. Vom Kind bis zum 80-Jährigen ziehen alle mit. Die Aktion lohnt sich, denn die schönsten Wagen werden von einer Jury bewertet und prämiert. "Es ist ein Wahnsinn", sagt Manfred Meyer, denn er weiß, wie viel Geld und Zeit die Erbauer in ihre Wagen stecken.