Quote bei Alkohol-Testkäufen ist noch zu hoch

40 Prozent der Einzelhändler gaben Alkohol an Jugendliche ab

BURGDORF (r/jk). Im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft hat die Stadt Burgdorf zusammen mit der Polizeiinspektion wieder Alkohol-Testkäufe durchgeführt. Ein Praktikant der Polizei hat versucht, in zwölf Einzelhandelsgeschäften und Tankstellen Wodka oder andere Spirituosen zu kaufen. In fünf Fällen ist ihm das gelungen. Das entspricht einer Quote von rund 40 Prozent. „Im Herbst vergangenen Jahres waren wir schon besser“, resümierten Wilhelm Hustedt (Polizeiinspektion Burgdorf) und Bernd Witte (Stadtjugendpfleger). Damals lag die Quote bei rund 25 Prozent.
Obwohl es in einem Fall zu einem Wiederholungsverstoß an einer Tankstelle kam, teilen Hustedt und Witte die Auffassung, dass es in den meisten Fällen zu keinem weiteren Verstoß kommen wird. „Wer in einem vollen Laden quasi die rote Karte bekommt und dann noch ein Bußgeld von 100 Euro zahlen muss, passt in Zukunft besser auf.“
Bemerkenswert bei dieser Testkaufreihe war, dass sich alle Verkäufer den Ausweis zeigen ließen, sich dann aber nicht die Zeit genommen haben, genauer hinzuschauen. Aus diesem Grund empfehlen sowohl Polizei als auch Jugendschutz, dem Kassenpersonal jeden Morgen einen Zettel mit dem jeweiligen Stichtag/Geburtstag zu schreiben und neben die Kasse zu legen.
„Der Aufwand ist nicht groß, stellt aber sicher, dass man schnell und exakt das Alter im Personalausweis ermitteln kann“, so Bernd Witte.
In nächster Zeit werden die Bemühungen des Jugendschutzes wohl noch ausgedehnt und die Spielhallen und Gaststätten „ins Visier“ genommen werden. Seit Dezember 2008 gibt es in Burgdorf Testkäufe. „Nicht meine Lieblingsarbeit, aber die Anzahl der Verstöße ist immer noch zu hoch“, so Bernd Witte. „Da müssen wir weiter am Ball bleiben.“