Projekt „Sprach-Kitas“ in Burgdorf und Uetze gestartet

Sprachförderkraft in der Kita Südstern Burgdorf, Carmen Rose (rechts), begleitet die Erzieherinnen, hier Karin Suerborg, in den Gruppen und hilft bei der altersintegrierten Sprachförderung. (Foto: Dana Noll)

Bundesprogramm finanziert Sprachförderkräfte in Kindertagesstätten

BURGDORF/UETZE/LEHRTE (dno). Sprache ist der „Schlüssel zur Welt“. Doch die Kindertageseinrichtungen werden zunehmend „multikultureller“ und bei vielen Familien nimmt das sprachliche Begleiten von alltäglichen Arbeiten ab. Die Folge, Sprachdefizite bei Kleinkindern, die durch die neuen Sprachförderkräfte in den Kitas gemildert werden sollen.
Drei Kindertagesstätten in der Gemeinde Uetze („Buddelkiste“, „Villa Kunterbunt“ sowie das Familienhaus), in Lehrte (Kindertagesstätten Drosselweg und Marktstraße) sowie in Burgdorf (AWO und Südstern) nehmen neben weiteren Kitas aus Langenhagen und Laatzen am neuen Bundesprogramm „Sprach-Kitas: weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesfamilienministeriums teil.
Zum 1. April 2016 nahm Erzieherin und Logopädin Carmen Rose in der Kita Südstern in Burgdorf ihre Tätigkeit als Sprachförderkraft auf. Sie unterstützt die etwa 13 pädagogischen Fachkräfte in der Kita bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung. An jeweils drei Vormittagen und einem Nachmittag vermittelt sie praxisorientiert in den Gruppen, wie das alltägliche Leben und der Umgang untereinander sprachlich begleitet werden kann.
„Die sprachlichen Lücken bei den Kindern sind gestiegen. Zunehmende Technisierung, fehlendes Vorlesen und auch die mangelnde sprachliche Begleitung alltäglicher Situationen findet in den Familien zu wenig statt“, so Carmen Rose.
Doch frühe sprachliche Bildung hat einen großen Einfluss auf das Gelingen kindlicher Bildungswege. Sprachkompetenzen tragen dazu bei, allen Kindern gleiche Bildungschancen zu eröffnen. Das Alltagsgeschehen in der Kita bietet vielfältige Möglichkeiten, die sprachliche Entwicklung der Kinder zu unterstützen. In der Kita Südstern wurde noch eine zusätzliche Sprachförderkraft für zehn Stunden eingestellt, die direkt mit den Kindern arbeitet. Auch der Kontakt zu den Eltern wird durch regen Austausch gehalten.
„Die Kinder sollten an alltäglichen Dingen teilhaben und mitgestalten und dies sollte sprachlich begleitet sein“, so Karin Suerborg, stellvertretende Kita-Leitung.
Das Bundesprogramm Sprach-Kitas vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in den Kitas läuft bis zum Dezember 2019. Der Bund stellt insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung.