Praktikanten drehen Infofilm über Flüchtlinge in Burgdorf

Die Schülerpraktikanten im Mehrgenerationenhaus sichten ihr Filmmaterial. (Foto: Dana Noll)

Dokumentation zeigt ganz persönliche Einblicke in Wohn- und Lebenssituationen

BURGDORF (dno). Im Rahmen eines Schülerpraktikums im Mehrgenerationenhaus Burgdorf (BMGH) haben sich vier Absolvent/innen des Burgdorfer Gymnasiums für die Arbeit an einem Dokumentationsfilm entschieden. Dabei wollten sie ihren „ganz persönlichen und eigenen Blick“ auf das Leben und die Situation der Flüchtlinge in Burgdorf schildern.
„Die Arbeit hat uns schon manchmal an unsere Grenzen gebracht, besonders, wenn die Jugendlichen von ihren langen Fluchtwegen oder tragischen Erlebnissen erzählt haben“, so die 15-jährige Marika Wzietek. Gemeinsam mit Mirja Hüßler, Milaim Kastrati und Ruben Martinez haben sie sich vom 11. bis 22. Januar 2016 für ein Schülerpraktikum im Mehrgenerationenhaus Burgdorf entschieden. Da besonders die Jungen in der Gruppe großes Interesse an Filmen und Technik zeigten, war die Idee zu einer Dokumentation schnell geboren. Mit Ward Barbar, ebenfalls Flüchtling, Kagan Bölen, der den Fußballkurs für die Migranten leitet, Ursula Wieker vom BMGH sowie Dethard Hilbig für die technische Leitung hatten die Gymnasiasten kompetente Ansprechpartner an ihrer Seite.
In den knapp zwei Wochen haben die Praktikanten die Flüchtlinge in verschiedenen Situationen begleitet und erlebt. So besuchten sie Wohnheim und Container in der Friederikenstraße, die Turnhalle in Schillerslage, eine Wohngemeinschaft in Beinhorn sowie einige Pflegefamilien. Es wurde eine Drehbuch verfasst, Interviews geführt sowohl mit Flüchtlingen als auch auf der Straße mit Bürger/innen oder Sozialarbeitern und gefilmt.
„Wir sind mit den Flüchtlingen ins Gespräch gekommen und waren von ihrer Offenheit überrascht“, so Marika Wzietek. Auch beim Deutschunterricht im Mehrgenerationenhaus, beim DRK, in der katholischen Kirche oder im Hotel Hülptingsen waren die Schülerpraktikanten dabei und bekamen einen Einblick in die Lebensbedingungen der ankommenden Flüchtlinge.
„Die Dokumentation zeigt einen unverfälschten und ganz persönlichen Blick der Schüler/innen auf die Flüchtlinge und deren Lebenssituation in Burgdorf“, so Ursula Wieker. Der Film wird demnächst im Gymnasium Burgdorf zu sehen sein. Angedacht ist auch, ihn auf die Homepage zu stellen oder in der Neuen Schauburg Burgdorf zu zeigen.
„Das größte Problem ist die Verallgemeinerung und die Vorurteile. Jeder sollte sich mal Gedanken machen und die eigene Meinung überdenken“, so Ruben Martinez.