Politiker stellten sich den Fragen der Gymnasiasten

Politikerdiskussion im Gymnasium Großburgwedel mit v.l. Eike Lengemann (Bündnis 90/Die Grünen), Grigoris Aggilidis (FDP), Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU), Caren Marks (SPD) und Dr. Diether Dehm (Die Linke).
 
Dr. Hendrik Hoppenstedt in der Diskussion mit den Gymnasiasten.

Interne Schülerwahl setzte die CDU an die Spitze

GROßBURGWEDEL (dno). Um den Schüler/innen ein bisschen Orientierung im derzeitigen Schilder-Urwald der Parteien zu geben, hat das Gymnasium Großburgwedel politische Vertreter zu einem „Open Space“ eingeladen. Darunter MdB Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU), MdB Caren Marks (SPD), Grigorios Aggelidis (FDP), Eike Lengemann (Bündnis 90/Die Grünen) und MdB Dr. Diether Dehm (Die Linke).
Die angehenden Abiturient/innen der 11. und 12. Jahrgangsstufe nutzten die Gelegenheit, Politiker, Partei und Programm auf Herz und Nieren zu prüfen. Die Diskussion in der Aula wurde von den Schülern Hannes Elsen, Claas Jaeckel und Niklas Dahmen moderiert, die in einer kurzen Vorstellungsrunde die einzelnen Politiker ihren Mitschüler/innen näher brachten.
Ebenfalls wurde um zwei kurze Statements gebeten zu den Fragen: „Wie würden sie sich im Bundestag für die Region Hannover einsetzen?“ und „Stimmen sie einer Senkung der Altersgrenze auf 16 Jahren bei den Bundestagswahlen zu?“
Dr. Hendrik Hoppenstedt verwies zur ersten Frage, auf das „Digitalpaket, dass spätestens im Frühjahr 2018 greifen und die Schulen für die Zukunft fit machen soll“. Eike Lengemann setzte auf den Klimaschutz und bekräftigte die Schüler, „Zukunft wird aus Mut gemacht!“ Gebührenfreie Kita`s und Bildung, einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuungsplätze sowie einen bezahlbaren Wohnraum für junge Leute“, stellte Caren Marks in den Fokus ihrer Ausführung.
Kontroverser wurde dagegen zur zweiten Frage debattiert, obwohl das Ergebnis mit 4:1 Politiker-Stimmen eindeutig zum „Wählen mit 16“ ging. Während sich die SPD, die FDP, Die Grünen sowie Die Linke ganz klar für ein Herabsetzen des Wahlalters aussprachen, stellte sich Dr. Hendrik Hoppenstedt gegen diese Forderung. „Bei uns kann man mit 18 Jahren heiraten, ist ab dann geschäftsfähig oder wird nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Ich denke, dass Abendland geht zwar nicht unter, wenn man mit 16 Jahren wählen könnte, aber mit 18 Jahren ist es durchaus vertretbar.“ Grigorios Aggelidis sprach sich hingegen stark dafür aus:“Den Jugendlichen sollte möglichst früh eine Mitwirkung gegeben sein. Unsere Jungen Liberalen haben dies auf den Weg gebracht.“ Eike Lengemann ging noch einen Schritt weiter und „könnte sich ein Wahlrecht sogar im noch früheren Alter vorstellen.“
Nach dieser ersten Vorstellungsrunde konnten die Schüler/innen mit einem Button für die Partei abstimmen, die sie bislang am meisten überzeugt hatte. Die CDU lag mit 79 Stimmen ganz klar vorn, danach kam Die Linke mit 36 Stimmen und die SPD mit 30 Stimmen. Knapp dahinter mit 28 Stimmen Bündnis 90/Die Grüne und das Schlusslicht bildete die FDP mit 17 Stimmen.
Nach den Einzelgesprächen, in denen den Politikern beispielsweise Fragen zu innerer Sicherheit, der Diesel-Affäre, möglichen Koalitionspartnern, Reichensteuer und auch – erneut – zum Wahlrecht mit 16 gestellt wurden, ging es in die zweite und finale Abstimmung der Schüler für ihren Kandidaten. Bei dem Ergebnis konnte der ein oder andere Politiker froh sein, dass dies noch nicht repräsentativ war, während ein anderer hoffte, ein solches Ergebnis bei der Bundestagswahl einfahren zu können. Zwar landete die CDU wieder auf den obersten Treppchen, musste aber 13 Stimmen einbüßen. Die schienen in Richtung Bündnis 90/Die Grüne abgewandert zu sein. Eike Lengemann musste sich gut geschlagen haben, denn er konnte 10 Stimmen drauflegen und landete auf den zweiten Platz. Den teilte er sich mit der Linken, die auch noch einmal zwei Stimmen gewinnen konnte. Caren Marks trat souverän auf und konnte ihr Ergebnis fast halten, von 30 auf 29 Stimmen und kam bei den Schüler/innen aber dennoch nur auf den vorletzten Platz. Grigorios Aggelidis konnte im Einzelgespräch mit den Schüler/innen ebenfalls sehr gut punkten und legte ganze 9 Stimmen zu! Trotzdem reichte es nur für den letzten Platz.

„Die Schüler/innen zeigen hier großes politisches Interesse und Engagement. Sie haben verstanden, dass Politik sie unmittelbar betrifft“, so Schulleiterin Gesa Johannes.