Plakat-Ausstellung in der Stadtbücherei

Erika Rös eröffnete am vergangenen Samstag ihre Plakat-Ausstellung, die in der Burgdorfer Stadtbücherei etwa sechs Monate lang zu sehen sein wird. Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

Grafische Kunst für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit

BURGDORF/HÄNIGSEN (gb). Plakate seien „gut gestaltete und gedruckte Zeitdokumente“, begründen Dieter und Erika Rös aus Hänigsen ihre seit über 50 Jahre bestehende Sammelleidenschaft für diese häufig verkannten Kunstwerke. Mindestens eben soviel Elan legten sie an den Tag, als es galt, die 26 Exponate für eine Plakat-Ausstellung in der Burgdorfer Stadtbücherei aus ihrem umfangreichen „Schatz“ auszuwählen.
Zeitpunkt und Thema für ihre Präsentation waren nicht zufällig. Rund drei Wochen vor der „Woche der Menschenrechte“ von Amnesty International (ai), werden dem Betrachter von den Künstlern der Aushänge, Bekanntmachungen und Grafiken die Werte Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit vor Augen geführt. „Dafür haben beispielsweise Hans Georg Rauch (1939-1993), John Lennon (1940-1980) und Rupert Neudeck (1939-2016) auf ihre ganz eigene Art gekämpft. Mit großer Wehmut denke ich an die Briefe, Gespräche und Telefonate mit dem Journalisten und Mitbegründer von Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte, den ich 1999 für einen Vortragsabend in der Volkshochschule Hänigsen gewinnen konnte ebenso zurück, wie an der vielen Besuche bei dem Zeichner und Grafiker Rauch sowie seiner Frau in ihrem wunderschönen Haus in Worpswede“, erzählte Erika Rös. Und mittendrin ein Originalplakat vom gebürtigen Burgdorfer Volker Hahne. „Ich finde, er macht sich gut in dieser Runde“, schloss Erika Rös ihre Erläuterungen nicht ohne einen eindringlichen Hinweis auf die documenta 14 in Kassel. Auf dem dortigen Friedrichsplatz steht das spektakuläre Kunstwerk der argentinischen Kunstschaffenden Marta Minujín (73). Für den „Parthenon der Bücher“ in Originalgröße des antiken athenischen Tempels brachte sie rund 100.000 einst verbotene Bücher zusammen.