Petra Pape und Jennifer Glandorf aus dem Vorstand verabschiedet

Petra Pape (links) und Jennifer Glandorf (rechts) wurden von Christine Borchers (Mitte; Vorstandsmitglied aus Verden) aus dem Vorstand verabschiedet. (Foto: Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros)

25 Jahre Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros in Niedersachsen

HANNOVER/ALTKREIS BURGDORF (r/jk). „Es wird Zeit die Stacheln auszufahren!“ Die ehemalige Niedersächsische Frauenministerin Heidrun Merk bestätigte in ihrem Grußwort die Forderungen der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten nach Verbesserungen der gesetzlichen Bedingungen ihrer Arbeit. Anlass war das Jubiläum des 25-jährigen Bestehens der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros.
Mehr als 100 geladene Frauen feierten im Neuen Rathaus Hannover. Abgeordnete des Landestages, Vertreterinnen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Vertreterinnen von Frauenverbänden, ehemalige und amtierende Gleichstellungsbeauftragte waren der Einladung gefolgt. „Konstruktive Provokation, die die Gesellschaft dringend braucht“, sei die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten, so Sigrid Häfner, erste Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen und Mitbegründerin in ihrer Festrede.
Auf der anschließenden Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten versicherte Stefan Schostock, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, seine Unterstützung bei der Forderung der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten nach angemessener Personalausstattung. Angesichts ständig wachsender Aufgaben in den Verwaltungen bräuchten Frauenbüros eine vernünftige Ausstattung mit Personal- und Sachmitteln. Er unterstrich in seiner Begrüßungsrede im Neuen Rathaus die Notwendigkeit von Fachpersonal in den Frauenbüros. Diese wirkten im Rahmen ihrer Querschnittsaufgabe in die gesamte Verwaltung und hätten als Expertinnen die Aufgabe Fachbereiche und Ämter in ihrem Vorgehen zu unterstützen und zu beraten. Er wisse um die Brisanz dieser Forderung, ließe sich aber in seinem Bemühen in der Sache zu werben, nicht abbringen. Als „Agentinnen des Wandels“ und „Unternehmensberaterinnen“ für die Kommunen sollten Gleichstellungsbeauftragte angenommen werden. Die Politik dürfe sich nicht der Verantwortung für die Verwirklichung des Verfassungsauftrages zur Gleichberechtigung entziehen. „Wir brauchen Standards und verbindliche Rahmenbedingungen“, forderten die rund 70 Teilnehmerinnen der Jubiläumskonferenz. „Denn leider sind wir in unserer Arbeit auch nach 25 Jahren immer wieder von wechselnden Gesetzgebungen abhängig und beeinträchtigt. Wir fordern die Landesregierung auf, wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, die Gleichstellungsbeauftragten zu stärken. Die Landesarbeitsgemeinschaft fordert hauptberufliche Gleichstellungsbeauftragte in allen Kommunen ab 20000 Einwohnerinnen, weil diese Querschnittsaufgabe ehrenamtlich nicht zu leisten ist.“
Im nichtöffentlichen Teil der Landeskonferenz wurden die Vorstandsfrauen Petra Pape und Jennifer Glandorf, Gleichstellungsbeauftragte in Burgdorf und Sehnde, aus dem Vorstand verabschiedet.