Otzer Glockenturm wird bauhistorisch untersucht

Der hölzerne Glockenturm wird derzeit einer bauhistorischen Untersuchung unterzogen. (Foto: Georg Bosse)

Am Ende steht ein dendrochronologisches Gutachten

OTZE (gb). Der kleine Glockenturm in Otze wird einer bauhistorischen Untersuchung unterzogen. „Hier handelt es sich um einen freistehenden hölzernen Glockenturm, wie er besonders in Nordfriesland und in der Lüneburger Heide zu finden ist. Die so genannte „Ständerkonstruktion“ in Otze ist noch eine von drei vergleichbaren Bauwerken in der Region Hannover“, erklärte Architekt und Bauhistoriker Dr. Stefan Amt bei einer ersten Besichtigung vor Ort.
Um eine genaue Datierung vornehmen zu können, bedient sich Stefan Amt eines naturwissenschaftlichen Verfahrens aus der Klimaforschung. Mit Hilfe der Dendrochronologie („Lehre/Wissenschaft vom Baumalter“) sollen etwa ein halbes Dutzend Holzproben in einem Fachlabor im Emsland auf ihre Baumringabfolge untersucht werden, um ein (genaueres) Datierungs-Gutachten erstellen zu können. Diese kostengünstige Methode kann recht gut den Zeitraum des damaligen Baumeinschlags festlegen. „Ich vermute, dass die Jahresangaben auf der Glocke, 1461 und 1736, nicht stimmen. Darüber hinaus ist die hölzerne Konstruktion in einem ebenso desolaten Zustand wie die Denkmalpflege in Niedersachsen. Aber sie ist standsicher“, betonte der Fachmann.
Die Kosten für diesen Forschungsauftrag belaufen sich nach Worten von Martin Luther-Pastorin Susanne Paul (Ehlershausen) auf „round about“ 5.000 Euro. Die Martin Luther-Kirchengemeinde Ramlingen/Ehlershausen/Otze steuert etwa 500 Euro bei. Der große Rest wird aus zwei Fördertöpfen der Denkmalpflege finanziert.