Otzer Bürger zählten bislang ungezählte Güterzüge

Werte um 100 dB(A) herum waren bei der Lärmmessung durch Jens Dettbarn keine Seltenheit. (Foto: Georg Bosse)

BIOS nimmt die Interessen der Stadt Burgdorf wahr

OTZE (gb). Bürger mischen sich ein. Und besonders mischen sich die Otzer ein, wenn es um ihre Lebensumstände im Ort geht. Zu diesen Lebensumständen gehören seit Jahr und Tag der S-Bahnverkehr zwischen Hannover und Celle sowie im wahrsten Sinne des Wortes ungezählte Güterzüge, die täglich die Bahnschranken an der Worthstraße heruntergehen lassen.
Die Frequenzen des bisher abgewickelten Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene durchschneidet schon heute die Mobilität in Otze. Ganz zu schweigen vom Lärmpegel, der sich noch deutlich erhöhen könnte, wenn die Deutsche Bahn (DB) die geplante Alpha E-Variante durch Otze ohne Dialog mit den Betroffenen realisieren dürfte. Darum geht es dann auch der „Bürgerinitiative Otze Schiene“ (BIOS), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die negativen Folgen des DB-Vorhabens für die Dorfbewohner so gering wie möglich werden zu lassen und damit die Lebens- und Wohnqualität in und für Otze zu erhalten.
Die vorsichtig prognostizierte und befürchtete Verdopplung der durchfahrenden Züge im Zuge der Alpha E-Variante veranlasste BIOS am vergangenen Mittwoch mit 35 Mitgliedern eine 24 Stunden-Zählung mit Lärmpegelmessung durchzuführen. „Wir wollen erst einmal die die Ist-Situation dokumentieren, weil es von der DB diesbezüglich keine belastbaren Zahlen gibt“ erklärte BIOS-Sprecher Manfred Kuchenbecker. Akribisch notierte Hans-Rüdiger Günther die Zugzahlen und ihre Uhrzeiten nach S-Bahnen und Güterzügen, ob sie aus Richtung Celle oder Lehrte kamen sowie ihre Lärmpegelwerte, die von Jens Dettbarn, etwa 20 Meter vor den geschlossenen Schranken entfernt, gemessen wurden. Werte um 100 dB(A) herum waren keine Seltenheit. Bis kurz vor 17.30 Uhr waren bereits 150 S-Bahnen/Güterzüge durch Otze gefahren.
„Lärm ist die entscheidende Größe. Aber auch die Fragen um sichere Querungen und die Mobilität im Dorf sind wichtig. Mit ihrem Engagement nimmt BIOS voll die Interessen der Stadt Burgdorf wahr“, so Bürgermeister Alfred Baxmann vor Ort.