Otzenia Otze feiert kleines, aber feines Fest

Die Könige beim Otzer Schützenfest: Doris Günther (Armbrustkönigin), Felix Giesberts (Jugendkönig), Ellen Becker (Volkskönigin), Helge Steinecke (Schützenkönig) und Christa Wiechert (Damenkönigin). (Foto: Holger Staab)
 
Die Königsgruppe wird beim Otzer Festumzug von Bürgermeister Carl Hunze angeführt. (Foto: Holger Staab)

Otzer Schützenfest ist einer der traditionellen Höhepunkte im Dorf

OTZE (hs). In Otze kann bemerkenswert gut gefeiert werden. Das wissen alle Otzer Bürger schon lange, denn sie fühlen sich in ihrem Dorf wohl. Beim Volks- und Schützenfest am vergangenen Wochenende zeigte sich diese Aussage aber wieder deutlich, denn an drei Tagen feierten Otzer Schützen, alteingesessene Bewohner und Bürger aus den umliegenden Ortschaften das traditionelle Fest mit viel Freude. Der 1. Vorsitzende, Karl-Heinz Dralle, sprach von einer gelungenen Veranstaltung, die aber vielleicht ein paar mehr Besucher im Festzelt verdient gehabt hätte.
Auch in Otze gibt es Nachwuchsprobleme. Der Verein ist 1907 gegründet worden, also vor 105 Jahren. Otzenia hat im Moment 109 Mitglieder und davon leider nur fünf Jugendliche. „Die Demographie macht uns, wie jedem anderen Verein auch, zu schaffen. Der Altersdurchschnitt ist enorm hoch“, äußert der Schützenchef, „die Jugend in den Verein zu bekommen, ist durch die Verschärfung der Waffengesetze und durch die damit verbundene Diskriminierung schwierig geworden. Die Erziehungsberechtigten müssen durch Unterschrift einverstanden sein, den Nachwuchs schießen zu lassen. Bis zum Alter von 12 Jahren darf nur mit dem Lichtpunktgewehr geschossen werden. Das hält viele Jüngere ab.“
Nach dem Abholen der letztjährigen Könige und der Flaggenhissung am Schützenplatz marschierten die Otzer Schützen am vergangenen Freitag ins Festzelt. Gleich im Anschluss wurden dann auch die wichtigsten Ämter des Jahres 2012 vergeben. In diesem Jahr sicherte sich Helge Steinecke mit einem 89,0-Teilerschuss die Königskrone, als Damenkönigin wurde Christa Wiechert (107,4 Teiler) gefeiert. Kinderkönig mit dem Lichtpunktgewehr wurde Mian Meyer mit 29 Ringen. Die weiteren Majestäten aus Otze sind Felix Giesbert als Jugendkönig (33,2 Teiler), Armbrustkönig Doris Günther (30 Ring), Volkskönigin Ellen Becker (44,2 Teiler) und die Ehrenscheibe gewann Gisela Dralle (35,7 Teiler).
„Beim Königsschießen war die Beteiligung sehr schwach“, meinte Dralle zur Frage des MARKTSPIEGEL, wie stark die Beteiligung und Unterstützung von Seiten der Otzer Bürger gewesen sei, „aber bei der Vorbereitung zu so einem relativ großen Fest ist auf den harten Kern der Schützen Verlass. Die älteren Bürger waren am Sonntagnachmittag in großer Anzahl anwesend, um sich bei Kaffee und Kuchen zu unterhalten und den Minis und Tweenys des SV Hertha Otzes zuzuschauen.“
Vom Feiern ließen sich die Otzer Schützen also nicht abhalten und genossen am Sonnabend ihren Festumzug bei trockenem, aber windigem Wetter. Das anschließende Platzkonzert im Festzelt und die Zeltdisco mit DJ Diesel ging bis in die Nacht. Am vergangenen Sonntag gab es neben der Kaffeetafel und Jazz-Dance noch offizielle Punkte, denn nach dem Zeltgottesdienst wurden beim Festessen Auszeichnungen verliehen und Ehrungen vollzogen.
Eine besondere Ehrung wurde dabei Adolf Deike zuteil, denn er ist seit 60 Jahren Mitglied bei Otzenia. Für besondere Verdienste bekamen Reinhard Lüssenhop, Hans-Peter Grupe und Otzes Bürgermeister Carl Hunze die silberne Ehrennadel des niedersächsischen Schützenbundes verliehen. Nach dem offiziellen Programm wurde in kleiner gemütlicher Runde noch ein wenig getanzt und der Ausklang des Schützenfestes 2012 gefeiert.
Der Schützenverein hofft, auch im nächsten Jahr ein Schützenfest für Otze realisieren zu können, denn zurzeit trägt der Verein allein die Kosten und Risiken für das Fest. „Sponsoren haben wir zuletzt 2007 anlässlich des 100-jährigen Bestehen des Vereins angesprochen“, resümierte Dralle, „hier war die Resonanz sehr hoch. In Zukunft werden wir aber zu jedem Fest mögliche Sponsoren ansprechen müssen, da uns die Kosten aus dem Ruder laufen. Nicht nur die Musik ist zu bezahlen, sondern alle Genehmigungen und Gebühren. Am meisten ärgert mich hier die GEMA.“
Im Februar 2006 hat Dralle den Verein Otzenia als Vorsitzender übernommen. Viele Kritiker haben gesagt, es wird kein Schützenfest in Otze mehr geben und er hat widersprochen: „So lange ich den Verein führe, wird es, trotz aller Schwierigkeiten die damit verbunden sind, in Otze Schützenfeste geben. Es wird also auch für 2013 geplant und sicherlich auch durchgeführt“, ist Dralle zuversichtlich die Tradition in Otze erhalten zu können.