Ortsräte und Ausschüsse einig bei „SuedLink“-Trassenverlauf

„Das geht gar nicht“: Volker Kemmling, Fachdienstleiter für Umwelt in der Stadtverwaltung, weist auf die Variante östlich von Lehrte hin, die für die Umwelt am unverträglichsten ist. Am linken Bildrand ist die Vorzugstrasse TKS 095 westlich von Ahlten erkennbar. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Skepsis bleibt wegen befürchteter „Salami“-Taktik wie bei Megahub-Projekt

LEHRTE (hdb). Vier Ortsräte und zwei Fachausschüsse haben der städtischen Stellungnahme zum Verlauf der geplanten „SuedLink“-Stromtrasse zugestimmt. Tenor: Keine Verweigerungshaltung zur Energiewende. Aber nur eine von drei vorgeschlagenen Varianten ist halbwegs erträglich – wenn es denn unbedingt im Lehrter Raum sein muss.
Zwei Vertreter der Bundesnetzagentur, letztlich zuständig für die Genehmigungen, haben den aktuellen Planungsstand und das künftige Vorgehen des Vorhabenträgers Tennet in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Verkehrsplanungsausschuss und Ausschuss für Umweltschutz und Landschaftspflege erläutert. Das aufwändige Verfahren für die bis zu 800 Kilometer lange Trasse von Schleswig-Holstein nach Bayern, von dem 40 Landkreise und 600 Gemeinden betroffen sind, wird wohl erst mit den Antragskonferenzen Anfang 2016 in die heiße Phase kommen.
Vorher hatten die Kommunen die Gelegenheit zur Information und Stellungnahme. Die Stadt Lehrte hat dies bereits in mehreren öffentlichen Veranstaltungen und Beratungen der Ratsgremien genutzt. Zuletzt berieten die Ortsräte Ahlten, Aligse, Immensen und Steinwedel den Entwurf aus dem städtischen Fachdienst Grünplanung und Umwelt. Danach tagten zuletzt die beiden Fachausschüsse gemeinsam, ehe der Rat in seiner Sitzung am 17. Juni die endgültige Fassung verabschieden wird.
Für die Aufarbeitung, zusammengefasst auf etwa 30 Seiten, hat Fachdienstleiter Volker Kemmling von Vertretern der Kommunalpolitik einhelliges Lob eingeheimst. In gründlicher Abwägung der drei möglichen Varianten eines bis zu einem Kilometer breiten Trassenverlaufes kommt Kemmling zu der Überzeugung, dass als umweltverträglichste Variante eigentlich nur ein Trassenverlauf westlich von Ahlten, wesentlich parallel zur Autobahn, denkbar wäre. Der Ortsrat Ahlten stimmte grundsätzlich zu, forderte als Ausgleich jedoch den Abbau einer nicht mehr benötigten 220-kV-Leitung. Die anderen Ortsräte sprachen sich für die Möglichkeit von mehr Erdverkabelung als Alternative zur Freileitung aus.
Bei der Debatte in den Fachausschüssen klang die Skepsis durch, dass Planungsschritte und Planungsinhalte nur „scheibchenweise durchsickern“ würden. Im Vergleich mit der geplanten MegaHub-Anlage der Bahn fiel wiederholt das Wort von einer befürchteten „Salami“-Taktik. Der Vertreter der Netzagentur sagte beispielsweise zur Frage nach zusätzlichen Leitungen: „Natürlich könnten noch weitere Trassen kommen. Aber derzeit besteht dafür kein Bedarf.“