Ohne den „Alten Fritz“ kein Kartoffelmarkt in Otze

Nach 12.00 Uhr am Sonntagmittag konnten die unzähligen Besucher des Kartoffelmarktes die Spezialitäten mit der „tollen Knolle“ zu Füßen der angebrachten Erntekrone auf dem Lindenbrink genießen. (Foto: Georg Bosse)

Sigrid Schulze und Peter Rüßmann sind Kartoffelschälmeister

OTZE (gb). Der 33. Otzer Kartoffelmarkt war für Carl Hunze auch der letzte als Ortsbürgermeister. Ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken bescherte dem Dorf am vergangenen Wochenende wie gewohnt nicht nur unzählige Gäste, sondern auch schöne Altweibersommertage. Dem Hoch „Matthias“ und „Nikolaus“ sei Dank.
Erntedank ist ein Fest nach der Ernte im Herbst, bei dem in Dankbarkeit an die Arbeit und an die Erträge in der Landwirtschaft erinnert werden soll. „Die vier Streben bedeuten Danken, Freude Hoffnung und Sorge“, erklärte Burgdorfs Kreisverbandsvorsitzende der LandFrauen, Karin Buchholz (Otze), die Bedeutung der Erntekrone. Kurz zuvor war das christlich-rituelle Getreidegebinde über dem Lindenbrink angebracht worden.
Spannend machten es auch wieder die Teilnehmer an der Otzer Kartoffelschäl-Meisterschaft. Champion bei den Männern wurde mit einer Länge von 97 Zentimetern Peter Rüßmann. Noch ein wenig länger schaffte es mit 129 Zentimetern Sigrid Schulze als Siegerin bei den Frauen. Den Gruppenwettbewerb gewannen bei den Herren und Damen jeweils das Team „Feuerwehr 1“.
„Als habt Ihr denen Herrschaften und Untertanen den Nutzen von Anpflanzung dieses Erdgewächses begreiflich zu machen, und denselben anzuraten, dass sie noch dieses Frühjahr die Pflanzung der Kartoffeln als einer sehr nahrhaften Speise unternehmen.“ Mit diesem Erlass hatte Friedrich der Große von Brandenburg/Preußen (1712-1786) im Jahr 1756 begonnen, die Kartoffel in Deutschland heimisch zu machen. Eine weise Entscheidung, für die ihm die zahlreichen Menschen, die auf dem Kartoffelmarkt in Otze in langen Schlangen lange für heiße Puffer, Ofenkartoffeln mit Stippe, Kartoffelsalat mit Würstchen oder Kartoffelbrot anstanden, noch heute sicherlich danken würden. Und das würde dem „Alten Fritz“ ebenso sicher viel Spaß machen.