Offenheit und Engagement der Burgdorfer bilden das Herz der Stadt

Alfred Baxmann, Bürgermeister der Stadt Burgdorf. (Foto: Stadt Burgdorf)

Grußwort von Bürgermeister Alfred Baxmann zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

haben Sie auch das Gefühl, dass das Jahr wie im Flug vergangen ist? Dagegen hilft es, in Ruhe auf das Erreichte zurückzuschauen und sich die eigenen Erfolge vor Augen zu führen. Auch für einen Ausblick und eine Besinnung auf die kommenden Aufgaben eignet sich die Weihnachtszeit besonders. Für die Stadt Burgdorf werde ich Ihnen daher im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse 2015 und Erwartungen für 2016 zusammenfassen:
2015 stand der Bildungsbereich für unsere Stadt weiterhin im Mittelpunkt. Hier haben wir dieses Jahr große Veränderungen angestoßen, werden uns aber 2016 weiteren Herausforderungen stellen müssen. 2015 haben wir den Abriss des C-Traktes für den Neubau der Gudrun-Pausewang-Grundschule gestartet, mit dem Rohbau soll im Januar begonnen werden. Die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen am Gymnasium Burgdorf werden nächstes Jahr fortgesetzt, ebenso notwendige Arbeiten an anderen Schulen.
Zum Schuljahresbeginn 2015/16 hat auch die Burgdorfer IGS den Betrieb aufgenommen. Mit fünf Klassen im fünften Jahrgang sind die Anmeldezahlen noch höher als erwartet, 2016 gehen wir sogar von einer Sechszügigkeit aus. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass die Burgdorfer Schullandschaft einer Trendwende unterliegt. Denn die Schülerzahlen steigen – ein gutes Zeichen für unsere familienfreundliche Stadt, aber auch eine anspruchsvolle Aufgabe für Politik und Verwaltung, die einen erheblichen finanziellen Mittel-einsatz erfordert. Damit aber schaffen wir Werte und sichern zugleich die Zukunft unserer Kinder.
In den Kita-Ausbau haben wir ebenfalls investiert. Die Kindertagesstätte Schillerslage hat ihre Betreuungszeit auf ganztags ausgeweitet. Zudem ist eine fünfgruppige Kindertagesstätte in der Südstadt in Planung. Hinsichtlich der U3-Betreuungsplätze nimmt nächstes Jahr noch eine neue Großtagespflegestelle mit zehn zusätzlichen Plätzen in der Weststadt ihren Betrieb auf und in Otze wird momentan die Einrichtung einer Krippengruppe vorbereitet, die 2016 eröffnet werden soll.
Im Jahr ihres 40-jährigen Bestehens hat unsere Kita Weststadt beim regionsweiten Wettbewerb "Fair bringt mehr" in der Kategorie "Kindergarten" den ersten Platz belegt. Ich bin stolz, dass unsere Kitas schon den kleinsten Burgdorfern soziale Kompetenzen wie Teamgeist und Fairness erfolgreich vermitteln.
Im Frühjahr 2015 wurde das sanierte Freibad in Betrieb genommen und fand sogleich regen Zuspruch. Insbesondere die Erwärmung des Wassers auf konstante Temperaturen begeisterte die Besucher. Im Sommer und Herbst erfolgte noch eine umfangreiche Dach- und Fassadensanierung, so dass sich die Halle moderner präsentiert. Nun kann Burgdorf das ganze Jahr über Badespaß auf höchstem Niveau anbieten.
Kommunenübergreifenden Herausforderungen haben wir uns gemeinsam mit den umliegenden Städten gestellt. So ist es uns zum Thema Güterverkehr gelungen, im Dialogforum „Schiene Nord“ ein gemeinsames Abschlusspapier mit Lehrte und Sehnde zu verabschieden, das die Zustimmung zu einer Streckenvariante mit klaren Bedingungen u.a. zum Lärmschutz und zur Förderung des Nahverkehrs verknüpft.
Bei der Ausweisung von Vorrangflächen für die Windenergienutzung legte die Stadt großen Wert auf die Mitsprache ihrer Bürger. Nach der Verständigung von Politik und Bevölkerung haben wir eine breit getragene Stellungnahme zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogrammes der Region Hannover abgegeben. Die Region kennt nun unsere Interessen und Erwartungen.
Um die Maßnahmen des Klimaschutzaktionsprogrammes aktiv voranzutreiben, hat die Stadt Burgdorf mit Beginn des Jahres einen Klimaschutzmanager eingestellt. Dieser hat sich als engagierter Ansprechpartner zu allen Klima-Fragen für die Bürger etabliert und diverse Projekte begleitet, wie die Aktionswochen zum Thema Stadtradeln, Beleuchtungscheck und Heizungsvisite.
Auch die städtebauliche Entwicklung Burgdorfs ging 2015 weiter positiv voran: Am Zugang zum Gewerbepark Nordwest sind attraktive Einkaufsmöglichkeiten entstanden. Durch die Eröffnungen des Hagebaumarktes und der Burger King-Filiale konnte die Bebauung rund um den Kreisel Weserstraße geschlossen werden. Beide sorgen nicht nur für eine Belebung des Standortes, sondern schaffen auch neue Arbeitsplätze und sind ein Zeichen für die wirtschaftliche Attraktivität unserer Stadt.
Darüber hinaus wurde der zweite Planungsabschnitt für den Gewerbepark Nordwest auf den Weg gebracht. Insgesamt wurden rund 1,6 Hektar gewerbliche Baufläche im Laufe des Jahres im ersten und auch schon im zweiten Abschnitt veräußert. In Hülptingsen ist das erste Grundstück im neuen Gewerbegebietsabschnitt „Hülptingsen V“ an der Lohgerberstraße verkauft worden, auch dort stehen nun wieder Gewerbeflächen zur Verfügung.
Schwerpunkt bei der Wohnbauentwicklung war der vollständige Abverkauf des neuen Baugebietes „Nördlich Zilleweg – erster Bauabschnitt“. Für die weitere Siedlungsentwicklung sichert sich die Stadt derzeit Flächen im südöstlichen Stadtgebiet für das bereits in der Planung befindliche Neubaugebiet „An den Hecken“.
Ein großes Thema war 2015 die Aufnahme von Flüchtlingen in Burgdorf. Insgesamt haben wir dieses Jahr fast 300 Menschen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und Eritrea bei uns aufgenommen. Die Stadt reagierte darauf mit dem Bau von mehreren Unterkünften. Dennoch konnten auch wir nicht verhindern, dass die Mehrzweckhalle Schillerslage zur Unterbringung von 40 jungen Syrern herangezogen werden musste. 2016 wird sich die Anzahl von Asylbewerbern schon bis März verdoppeln, das Problem der Unterbringung bleibt also akut. Daneben wurde von der Region im ehemaligen Sennheiser-Gebäude übergangsweise eine Erstaufnahme-Einrichtung geschaffen.
Eines hat mich bei dem Thema Flüchtlinge nachhaltig beeindruckt: Die auch sonst schon sehr engagierten Burgdorfer haben eine Hilfsbereitschaft und Energie gezeigt, die alle Erwartungen übertroffen hat. Nicht nur die sozialen Einrichtungen sind weit über ihre Belastbarkeitsgrenzen aktiv geworden, sondern auch viele Bürger haben sich eingebracht, haben selbstständig ihre Hilfe, Zeit und finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.
Hierbei zeigt sich erneut, dass die guten Netzwerke, die Offenheit und das Engagement der Burgdorfer Vereine und Organisationen das Herz der Stadt bilden. Dies gilt es zu bewahren und anzuerkennen. Nicht nur die sozial tätigen, sondern auch die kulturellen und sportlichen Vereine und Organisationen sowie unsere Kirchengemeinden haben 2015 wieder zu einem regen Stadtleben beigetragen. Unser abwechslungsreiches und anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm macht nicht zuletzt die Attraktivität unserer wachsenden Stadt aus. Deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Ehrenamtlichen!
2016 wird uns wieder ein Themenjahr erwarten. Diesmal werden unter dem Motto „Burgdorf – eine Stadt bewegt sich“ zahlreiche Aktionen und Events stattfinden. Wir sind gespannt auf die Ideen und Überraschungen, die dieses Themenjahr bereithält. Eines aber weiß ich schon jetzt: Burgdorf wird sich in allen Bereichen bewegen – und damit jede Herausforderung meistern.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Burgdorf ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2016.
Ihr Alfred Baxmann
(Bürgermeister der Stadt Burgdorf)