Noch kein mal schlafen, dann ist Weihnachten...

Habt Ihr alle das Einhorn lieb? „Anthropophagist“ aus Celle rocken mit Death Metal. (Foto: Svenja Steinseifer)

Düstere Töne beim „No sleep until Christmas“ im Johnny B

BURGDORF (svs). „Die Idee? Die ist super, ich habe sie ja damals ins Leben gerufen!“, Toby Fuhrmann von der Band „Unzucht“ dachte 2001 beim ersten „No sleep until christmas“ ganz sicher nicht an einen „Dauerbrenner“. „Megasweet“, findet er das, was aus seiner Idee geworden ist. Nicht „sweet“, eher düster, im Death Metal und Dark Rock-Bereich liegen die Klänge von „Unzucht“, „Johnny Deathshadow“ und „Anthropophagist“ – sie rocken bis der Weihnachtsmann kommt.
„Spiel mal was Hartes“, lautet die Aufforderung aus dem Publikum. Jonas röhrt ins Mikro, kein Thema, schließlich sind die sechs Jungs von „Anthropophagist“ im Death Metal-Bereich zu Hause. Und das Motto lautet immerhin „No sleep until christmas“ – kein Schlaf bis Weihnachten. „Ein Konzert am 23. Dezember, das macht halt nicht jeder Veranstalter“, weiß Kathrin Rotter, Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau, „und die freiwillig helfenden Jugendlichen aus dem offenen Bereich des Johnny B sind eine schöne Bestätigung für uns!“
Einmal Death Metal sowie eine gelungene Mischung Deathrock und Pop, kurz Horrorpunk und Dark Rock vom Feinsten, gibt es zum „No Sleep until Christmas“ auf die Ohren. Für „Anthropophagist“ ist der Gig im Johnny B gerade einmal der zweite Auftritt. „Ich habe lieber 50 Leute weniger im Publikum, wenn die neuen Bands dafür zehn dazu gewinnen“, betont Rotter. Nachwuchsbands zu fördern, ist das erklärte Ziel. „Hier geht es nicht um Profit – hier geht es darum, dass die, die da sind, Spaß haben!“ Und das haben sie!
„Johnny Deathshadow“, angereist aus Hamburg, sind schon optisch ein echter Hingucker. „Um die komplette Band zu schminken, braucht unser Make-Up Artist rund drei Stunden“, sagt einer der Musiker und dann legen sie los. Düster, aktuell, brutal und eingängig – so beschreiben die vier Nachwuchsmusiker ihre Musik. „Die Anweisungen sind klar – Merch kaufen, versuchen auf Facebook zu adden, scheitern.“ Also, Bandshirt kaufen, versuchen Freundschaft im Internet zu schließen, scheitern – so will es der Sänger.
„Für mich ist es mega-seltsam, wieder hierher zu kommen“, Toby Fuhrmann und „Unzucht“ rocken als letzte Band den Saal und haben die nach ihrem Make-Up „schon toten“ Musiker von „Johnny Deathshadow“ mitgebracht. Schon seit Jahren wohnt der gebürtige Burgdorfer und Schlagzeuger in Münster. „Aber hier passiert halt ne Menge“, findet Sänger Daniel Schulz. Genau wie in den letzten Jahren in der Band. „M ´era Luna Open Air, das Rock Harz Festival und das Masters of Rock in Tschechien waren der Wahnsinn“, sagt Daniel Schulz. Das erste Album soll im nächsten Jahr erscheinen. Konkurrenzgehabe kennen die Jungs aus dem „Dark Bereich“ nicht. „Klar musst du dir erst mal einen Namen machen – hart arbeiten“, weiß der Sänger, „dennoch ist es ein geiles Miteinander.“
„Wir machen Dark Rock, gewürzt mit metallischen Gitarren“, beschreibt Fuhrmann das Repertoire der Band. Und nach Burgdorf kommen sie gern. Seit zwei Jahren sind die vier als Band unterwegs – genau am 23. Dezember – und sie haben noch viel vor. Nächstes Jahr. Sie selbst sehen sich als „winzig“. Noch. Denn den Opener „Unzucht“ für das M´era Luna wählte das Publikum. Ein musikalischer Ritterschlag. Und jetzt? Wird gerockt. Bis der Weihnachtsmann kommt. Laut. Brutal. Aber auch mal leise.
Mehr Infos zu den Bands gibt es unter www.unzucht-music.com und www.johnnydeathshadow.com.