Neues Quartier am Ostlandring

Wolfgang Schneider vom Architekturbüro ASP und Acribo-Geschäftsführer Thorsten Kröger präsenteren den ersten Entwurf für das neue Quartier am Ostlandring. (Foto: Franka Haak)
 
Aldi und die anderen Geschäfte sollen bei der Neugestaltung auf den nördlichen Teil des Geländes umziehen. (Foto: Franka Haak)
Burgdorf: Quartier Aue-Süd |

Aldi und andere Händler sollen neue Gebäude erhalten / Mehr Platz für Wohnraum

BURGDORF (fh). Große Pläne für das Gewerbeareal am Ostlandring: Das Immobilienunternehmen Acribo will in der Burgdorfer Südstadt zwischen Ostlandring, Duderstädter Weg und Uetzer Straße ein zusammenhängendes Quartier mit neuem Wohnraum schaffen. Dazu soll der gesamte Bereich, auf dem sich zur Zeit beispielsweise Aldi, Ott Kunststoffe, Deichmann und das Dänische Bettenlager befinden, umgestaltet werden. Acribo will etwa 25 bis 30 Millionen Euro in das Projekt investieren. „Wir haben schon seit langem überlegt, dort etwas zu ändern, aber bisher war das nur Stückwerk. Jetzt haben wir ein Gesamtkonzept“, sagt Geschäftsführer Thorsten Kröger.
Im vergangenen Jahr hat Acribo von Dieter Hoffmann ein Areal am Ostlandring 4 neben Lidl gekauft, auf dem zur Zeit noch das Autohaus Stern und Partner steht. Dieses soll dem Neubauprojekt ebenso weichen wie die angrenzende leerstehende Reiterhalle. Die Nutzfläche (also die Summe aus Wohn-, Verkaufs- und anderweitiger Mietfläche) soll sich durch die Umgestaltung von derzeit 8.600 auf 12.100 Quadratmeter vergrößern. Der zusätzliche Platz soll vor allem dem Bereich Wohnen und Handel zugute kommen. Die Fläche für den Wohnungsbau soll von jetzt 800 auf später 4100 Quadratmeter ansteigen.
"Wohn- und Lebensquartier Aue Süd" hat Acribo das Projekt betitelt. Werden die Pläne realisiert, wird dort kein Stein auf dem anderen bleiben: Die jetzigen Gebäude werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Das hannoversche Architekturbüro ASP hat dafür schon einen ersten Entwurf erarbeitet, der vor allem die zukünftige Aufteilung des Quartiers veranschaulicht.
Im nördlichen Bereich mit guter Anbindung an die Straßen sollen Einzelhandel und Gewerbe unterkommen. Östlich zum See hin ist der Wohnbereich vorgesehen und ein Mischquartier im Süden soll speziell auf generationsübergreifendes Wohnen zugeschnitten sein. Dort plant Acribo, ambulante Pflegedienste, Tagespflege, medizinische Einrichtungen und weitere Dienstleister anzusiedeln.
Kröger betont, dass weder die jetzt dort angesiedelten Geschäfte noch die Einrichtungen wie das christliche Begegnungszentrum B-Punkt und die Schülerhilfe verdrängt würden. Sie alle sollen auch im zukünftigen Quartier einen Platz haben. Um Umzüge innerhalb des Bereichs werden sie allerdings nicht herumkommen. Die Pläne sehen vor, dass Geschäfte wie Aldi ihre aktuellen Gebäude verlassen und einige Meter weiter in den nördlichen Teil der Fläche ziehen müssen.
Betriebliche Schließungen seien deshalb aber nicht zu befürchten. Um den Prozess für die betroffenen Händler und die Bürger möglichst komfortabel zu gestalten, will Acribo Zug um Zug vorgehen. Das heißt: Zunächst wird auf der freien Fläche gebaut, sodass die Läden in die neuen Gebäude einziehen können. Erst dann werden die freigewordenen Bauten abgerissen.
Die Mehrfamilienhäuser zum See hin sollen eine Höhe von zwei bis drei Vollgeschossen plus einem ausgebauten Dachgeschoss haben. Insgesamt könnten dort je nach Zuschnitt 50 bis 70 Wohnungen entstehen. Geplant sind Mietwohnungen unterschiedlicher Größen für Familien, Paare und Singles. Auch barrierefreie Wohnungen seien in großem Maßstab eingeplant. Zusätzlich sei eine Kindertagesstätte für den Wohnbereich vorgesehen.
Bürgermeister Alfred Baxmann lobte die Pläne: „Der Bereich schreit danach, neu gestaltet zu werden. Acribo ist dazu bereit und möchte dafür erheblich investieren.“ Nur auf diese Art und Weise sei es möglich große Anbieter wie Aldi in Burgdorf zu halten.
Bei der Vorstellung im Bauausschuss stieß das Konzept im Wesentlichen auf Zustimmung. Bedenken gab es vor allem hinsichtlich der architektonischen Gestaltung. „Der Bereich für den Einzelhandel wirkt nach dem jetzigen Entwurf sehr massiv“, gab beispielsweise Michael Rheinhardt von der SPD zu bedenken. „Ganz stimmig empfinde ich das noch nicht.“ Michael Fleischmann von der Partei „Die Linke“ machte sich dafür stark, bei die politisch beschlossene Zielmarke von 25 Prozent Sozialwohnungen bei Neubauprojekten einzufordern.