Neue Tagespflege am Rubensplatz

Der Geschäftsführer der Diakoniestation Thomas Bella, Pflegedienstleiterin Monika Müller und Mitarbeiterin Simone Weber schauen sich auf der Baustelle gemeinsam ein Musterbuch an und beraten über die Inneneinrichtung. (Foto: Franka Haak)
 
Noch sieht alles nach Rohbau aus. Im April soll alles fertig sein und die neue Tagespflegeeinrichtung "Café Klönschnack" in den ehemaligen Aldi-Räumen soll ihre Türen öffnen. (Foto: Franka Haak)
Burgdorf: Tagespflege "Café Klönschnack" |

Diakoniestation will es Senioren ermöglichen, möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung zu leben

BURGDORF (fh). Umfassende Betreuung und Pflege, Gespräche mit Gleichgesinnten und gemeinsame Aktivitäten, ohne dafür die eigene Wohnung aufgeben zu müssen – das ist die Idee der neuen Burgdorfer Tagespflegeeinrichtung „Café Klönschnack“, die im April 2018 ihre Türen öffnen soll. Etwa 30 Tagesgäste können aufgenommen werden.
Sie wird im Erdgeschoss des Gebäuderiegels am Rubensplatz 7 unterkommen, das nach dem Auszug von Aldi vor 15 Jahren jahrelang stand. Die Diakoniestation hat dafür einen Mietvertrag mit der Eigentümerfamilie Malik abgeschlossen, die die Fläche nun auf eigene Kosten nach den Vorstellungen der Diakonie umbauen lässt. Auf einer Gesamtfläche von 632 Quadratmetern sollen unter anderem Gruppen-, Therapie- und Aufenthaltsräumen entstehen, hinzu kommt ein Außenbereich mit 260 Quadratmeter.
Das Angebot richtet sich an Pflegebedürftige, die weiterhin in ihrer Wohnung leben möchten. Dabei ist es der Diakoniestation wichtig, eine wirksame Versorgungskette zu gewährleisten. Morgens kann beispielsweise ein Pfleger dem Senioren beim Aufstehen und Anziehen helfen, ein Fahrdienst holt ihn dann ab und bringt ihn ins „Café Klönschnack“. Abends wird er wieder zurück zur Wohnung gefahren und bettfertig gemacht. Das soll es den Senioren ermöglichen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben, und gleichzeitig eine Entlastung für die Angehörigen sein.
Die Tagespflege wird montags bis freitags geöffnet sein. Dabei könne ganz individuell vereinbart werden, wie sie in Anspruch genommen werden soll, betont Pflegedienstleiterin Monika Müller. So könnte jeder Gast entscheiden, ob er an allen fünf Tagen oder beispielsweise nur an drei Tagen pro Woche kommen will. Auch ob er den ganzen Tag bis 17 Uhr bleibt oder schon gegen Mittag zurück nach Hause möchte, sei ihm freigestellt. „Unser Ziel ist es, dass sich unsere Tagesgäste hier wohlfühlen. Am schönsten wäre es, wenn sie abends erstaunt sind, wie schnell die Zeit vergangen ist und am liebsten noch länger bleiben würden“, so Müller.
In zwei Therapieräume können die Tagesgäste beispielsweise gemeinsam basteln oder singen können. Die beiden Räume würden es dabei ermöglichen, dass gleichzeitig mehrere Gruppenangebote stattfinden können, sodass sich die Senioren aussuchen können, was sie machen. „Jemanden, der noch nie in seinem Leben gesungen hat, können wir schließlich nicht dazu verdonnern, beim Singkreis mitzumachen“, sagt Müller. Auch eine Therapieküche soll es geben, in der Senioren beispielsweise betreut gemeinsam alte Rezepte ausprobieren können.
Schon bei Bau und Einrichtung achtet die Diakoniestation darauf, eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität zu schaffen. Vor dem Gebäude soll beispielsweise ein großer Sinnesgarten entstehen, der etwas zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten bietet. Außerdem ist ein besonderes Licht- und Farbkonzept vorgesehen. „In der Form gibt es das in der ganzen Region Hannover noch nicht“, sagt Müller. Mit einer computergesteuerten Beleuchtung, die das natürliche Tageslicht simuliert, sollen Senioren wieder einen normalen Schalf-Wach-Rhythmus entwickeln. „Gerade bei Menschen, die Demenz haben und viel Zeit in der – im schlechtesten Fall eher dunklen – Wohnung verbringen, verschiebt sich der Biorhythmus oftmals“, erläutert Müller. Wenn die Pflegebedürftigen dann nachts wach sind, sei das für die Angehörigen besonders anstrengend.
Bei der Gestaltung werde darauf geachtet, farbliche Kontraste zu schaffen. „Wer nicht mehr so gute Augen hat, sieht beispielsweise einen buchefarbenen Stuhl auf buchfarbenem Parkett schlecht“, so Müller. Solche Ton-in-Ton-Kombinationen sollten daher vermieden werden. Stattdessen sollten deutliche Kontraste die Orientierung erleichtern und den Senioren ermöglichen, sich selbständig in den Räumen zu bewegen.