Neue Boote für die Jugend

Mehr als 50 Mitglieder der SSV-Segelsparte stoßen beim Segel-Brunch auf das neue Jahr an.
 
Die Segeljugend freut sich über die Vereinskleidung mit den neuen Logos.
Burgdorf: Sport- und Schützenheim Schillerslage |

Beim Frühstück zum Jahresauftakt blickt die SSV-Segelsparte zufrieden auf 2017 zurück und schmiedet neue Pläne

SCHILLERSLAGE (fh). Mehr Mitglieder, mehr Boote und neue Aktionen: Die Segelsparte des Sport- und Schützenvereins (SSV) wächst weiter. Diese Entwicklung hat der Spartenvorsitzende Johannes-Peter Reuter zusammen mit über 50 Gästen beim gemütlichen Segelfrühstück am vergangenen Sonntag gefeiert. Dabei stand natürlich auch ein Rückblick auf das Jahr 2017 auf dem Programm. Und der kann sich bei einer so regen Sparte wie den Schillerslager Seglern schon mal etwas in die Länge ziehen. Rund drei Stunden saßen die Mitglieder beisammen. Und abgesehen von einer kurzen Frühstückspause war diese Zeit mit Berichten von den Segeltörns, einer beeindruckenden Bilanz der neu angeschafften Boote und vielen weiteren Redebeiträgen bestens gefüllt.
Wenn er über neue Boote spricht, kann Spartenleiter Reuter seine Begeisterung nur schwer verbergen. Dafür macht es ihm einfach zu viel Spaß, gut erhaltene Exemplare aufzutreiben und für den SSV anzuschaffen. Als er erzählt, dass er sich ein Boot im Saarland angeguckt habe und alle Vereinsmitglieder sofort gesagt hätten „kaufen, kaufen, kaufen“, kann sich Materialwart Peter Scheel einen liebevollen Seitenhieb nicht verkneifen: „Das hat, glaube ich, keiner gesagt, außer dir.“ Der Rest geht im allgemeinen Gelächter und Klatschen unter.
Schließlich verlangt er dem Materialwart auch einiges ab, bei all den Neuanschaffungen den Überblick zu behalten und sie von der Havel, aus dem Saarland und vielen anderen Ecken Deutschlands nach Hannover zu schaffen. Doch letztlich ist allen auch klar, dass die Sparte – und ganz besonders die Jugendabteilung – von Reuters Begeisterung und Engagement enorm profitiert.
Im vergangenen Jahr wurden das polnische Boot „Flotte Lotte“ und zwei Flying Cruiser dazugekauft. Speziell für junge Segler sind außerdem zwei sogenannte Optimisten und ein Speedbreeder angeschafft worden. „Damit haben wir jetzt insgesamt zwölf Ausbildungsboote“, freut sich Reuter.
Es liegt ihm ganz besonders am Herzen, Kinder und Jugendliche an den Segelsport heranzuführen. „Es ist ein toller Sport für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und das Team im Auge zu behalten“, ist er überzeugt. Genau das hat aus seiner Sicht beim Segelcamp in Mardorf im vergangenen Jahr schon richtig gut geklappt. Und zwar nicht bei einer Übung, sondern im Ernstfall. „Während des Theorieunterrichts haben wir plötzlich bemerkt, dass ein Boot mitten auf dem Wasser sinkt“, erinnert sich Felix Kleinschmidt von der Segeljugend. Sofort seien sie mit einem Motorboot rausgefahren. „Alles ging Hand in Hand. Jeder wusste genau, was er zu tun hat“, lobt Reuter. Und so konnte das Boot schließlich sicher zurück an Land gebracht werden.
Das Segelcamp, die Arbeitsgemeinschaften in Zusammenarbeit mit den Burgdorfer Schulen und die mehrtägigen Segeltörns auf der Ostsee tragen ihre Früchte: Etwa die Hälfte der rund 80 Mitglieder der Segelsparte sind unter 18 Jahre alt. Eine Gurppe engagierter Jugendlicher des Segelcamps 2016 hat die Segeljugend des Vereins gegründet und ist seitdem mit regelmäßigen Treffen und vielen Aktionen sehr aktiv.
Um ihnen noch bessere Trainingsmöglichkeiten anzubieten, träumt Reuter von – ja , richtig geraten – einem neuen Boot. Genauer gesagt: einer kleinen Yacht, mit der die Jugendlichen auf dem Steinhuder Meer üben können. „Dann finden sie sich auch auf einer großen Yacht auf der Ostsee sofort zurecht“, so Reuters Idee. Je nachdem auf welches Modell die Wahl fällt, würde die Anschaffung zwischen 8000 Euro für eine gebrauchte Sirius 24 und bis zu 40.000 Euro für eine Seascape 24 kosten. Dabei setzt Reuter auch auf einen Zuschuss vom SSV sowie Spenden und Sponsoren.
Obwohl er viel Wert auf Training und Ausbildung legt, betont Reuter, dass es ihm dabei nicht um Leistung gehe. Die Sparte sei auf Breitensport ausgerichtet. „Die Jugendregatta Nautic Youngsters ist der einzige Wettbewerb, an dem wir uns beteiligen“, sagt er. Ansonsten stehe im Mittelpunkt, dass die Vereinsmitglieder und gerade auch Familien bei gemeinsamen Segelausflügen Spaß hätten.