Neubau der Gudrun-Pausewang-Grundschule am Gymnasium

Die Mehrheitsgruppe, bestehend aus SPD, Bündnis`90/Grüne und WGS, im Burgdorfer Rat brachte mit ihrer Stimmenmehrheit den Antrag auf namentliche Abstimmung zur Entscheidung über die Zukunft der Gudrun-Pausewang-Grundschule (GPGS) durch. (Foto: Georg Bosse)
 
Während der einzige Parteilose, Wolfgang Obst (l.), mit Ja votierte, stimmten die „Einzelkämpfer“ Karl-Ludwig Schrader (FDP; Mi.) und Michael Fleischmann (Linke; r.) gegen den Umzug der Gudrun-Pausewang-Grundschule. (Foto: Georg Bosse)

Ratsmehrheit entscheidet den umstrittenen Umzug

BURGDORF (gb). Der Umzug der südstädtischen Gudrun-Pausewang-Grundschule (GPGS) mit einem Neubau auf dem Gelände des benachbarten Burgdorfer Gymnasiums ist seit der letzten Ratssitzung 2014 am vergangenen Donnerstag beschlossene Sache.
In namentlicher Abstimmung gab die Mehrheitsgruppe aus SPD, Bündnis`90/Grüne und WGS sowie der parteilose Wolfgang Obst mit 20 Ja-Stimmen grünes Licht für diese noch immer stark umstrittene Lösung.
Die CDU-Fraktion, FDP-Ratsherr Karl-Ludwig Schrader und Michael Fleischmann (Linke) votierten mit 11 Stimmen dagegen. Die einzige Enthaltung kam von Maria Leykum (Grüne), die als ehemalige GPGS-Lehrkraft bei ihrem persönlichen Widerstreit zwischen „Herz und Verstand“ zu keinem Ja oder Nein gelangt war.
Dass diese Entscheidung umstritten ist und wohl auch noch etwas länger bleiben wird, belegten die jüngsten Einwände und Zweifel, die aus den betroffenen Eltern-, Schüler- und Lehrerschaften noch kurz vor der Abstimmung vehement vorgetragen wurden. Darunter auch die schwer verständliche Aussage von GPGS-Schulleiterin Sandra Herzberg, dass „man noch eine Weile lang in dem maroden Schulgebäude weiterzuarbeiten bereit sei“.
Dieses, den Ratsmitgliedern in schriftlicher Form vorliegende Statement, hatte für Irritationen und Kopfschütteln gesorgt. Der SPD-Vorsitzende Ahmed Kuyucu sagte dazu: „Alle Schnittstellen sind in diesem Prozess beteiligt worden. Und nach dem Kompromiss, die Mensa und die Schulbibliothek zu vergrößern sowie bei Bedarf Lärmschutzmaßnahmen vorzunehmen, bin ich davon ausgegangen, dass unsere Entscheidung mehrheitlich tragfähig ist. So ist es uns auch signalisiert worden“. Dem Vorwurf mangelnder Bürgerbeteiligung trat auch Wolfgang Obst deutlich entgegen. Das ist ein Märchen, denn noch nie seien die Betroffenen so intensiv in die Beratungen mit eingebunden gewesen.
Im weiteren Verlauf zur Abstimmung scheiterten FDP-Ratsherr Karl-Ludwig Schrader mit seinem Geschäftsordnungsantrag, die Entscheidung über die Zukunft der GPGS bis ins Frühjahr 2015 zu verschieben ebenso, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirco Zschoch mit seiner Forderung nach geheimer Abstimmung und sein Parteifreund Carl Hunze (Otze) mit dem Vorschlag, auf dem vorhandenen Gelände am bisherigen GPGS-Standort einen neuen kompakten und konzentrierten Schulkomplex zu errichten. Dieser „Ausweg“ fand bei Michael Fleischmann (Linke) Zustimmung, der dann aber auch gleich vom „gewollten Plattmachen der Gudrun-Pausewang-Grundschule“ sprach.
Ein beredtes Zeugnis gemeinsamer Empörung indes legte während dieser „gewichtigen Tagesordnung“, so Hunze, die Reaktion der Ratsmitglieder aller Parteien, auf die in der Presse nachzulesenden Verunglimpfung der Umzugsgegner, "Der Mob kreist“, ab, mit der eine nicht genannte Ratsfrau aus der Mehrheitsgruppe von SPD und Grünen zitiert worden war. „Eine solche Herabsetzung kann nicht aus unseren Reihen kommen. Wenn doch, dann möchte ich mich hier dafür entschuldigen“, erklärte Christiane Gersemann (SPD) sichtlich betroffen.
Im Kontext der Tagesordnungspunkte zu „Gudrun-Pausewang-Grundschule“ wurde die Stadtverwaltung vom Rat beauftragt, gemeinsam mit der Region die Aussichten für einen Neubau einer zuschauergerechten Vereins-Ballsporthalle auszuloten. Denn mit dem Umzug der GPGS fällt auch die Sporthalle „Grünewaldstraße“ der Abrissbirne zum Opfer.