Nathalia Lukjanenko in Burgdorf

Auf den Spuren ihrer ukrainischen Großeltern führte der Weg der Brasilianerin Nathalia Lukjanenko (Mi.) auch nach Burgdorf zu Pastor i.R. Rudolf Bembenneck (l.) und Bürgermeister Alfred Baxmann (r.). (Foto: Georg Bosse)

Brasilianerin auf den Spuren ihrer ukrainischen Großeltern

BURGDORF (gb). Unteroffizier Petro Lukjanenko war von 1943 bis Kriegsende als freiwilliger westukrainischer Feuerschutzpolizist in Burgdorf stationiert. Zwangsarbeiterin Nina Drozdowa stammt aus der Ostukraine und war hier ab 1942 als so genannte „Ostarbeiterin“ in der Möbelfabrik Voltmer eingesetzt. Beide wohnten im Burgdorfer „Displaced Persons“-Lager (DP) „Ohio“.
Im März 1945 wurde geheiratet und nur rund zwei Monate später kam ihr erster Sohn Genadiy in Lehrte oder Burgdorf (?) zur Welt. Über ein DP-Lager in Hannover ging es 1947 zum Auswandererkai nach Bremerhaven und die Familie konnte an Bord des Schiffs „General Stuart Heintzelmann“ nach Brasilien emigrieren. Das Schiff legte am 16. Juni 1947 im Hafen von Rio de Janeiro an.
Nathalia Lukjanenko ist die Nichte von Genadiy und „Moviemaker“. „Ich habe eigentlich schon immer eine starke Verbindung zu meiner Familiengeschichte gespürt“, erzählte die junge Brasilianerin am vergangenen Montag im Büro von Bürgermeister Alfred Baxmann im Beisein von Pastor i.R. Rudolf Bembenneck. Das Interesse wuchs noch, als ihr nach dem Tod der Großeltern alte Papiere und Fotos in die Hände fielen. Und so machte sich die 25-Jährige auf die Reise, um den Spuren ihrer Vorfahren zu folgen und diese filmisch zu dokumentieren. Die Spurensuche führte sie nun nach Lehrte und Burgdorf. „Ich werde auch noch St. Petersburg und Moskau besuchen“, sagte Nathalia.