Nach der Wahl ist vor der Wahl

Auch in der Grundschule Breite Straße wurde um 18 Uhr die Urne gestürzt.
 
Im Rathaus verfolgte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke die Auszählung.

Ergebnis sorgte für gedämpfte Stimmung bei den Wahlpartys

SEHNDE (dno). Klein Lobke waren die Ersten. Bei 126 gültigen, ausgezählten Stimmzetteln, lagen die Ergebnisse bereits nach knapp 25 Minuten im Rathaus vor.
Dr. Maria Flachsbarth (CDU) konnte sich hier mit 58,7 Prozent deutlich vor Dr. Matthias Miersch (SPD) mit 20,6 Prozent behaupten. Harald Klotz von der FDP schaffte es mit 7,9 Prozent, zehn Wähler/innen zu überzeugen. Auch bei der Zweitstimme lag die CDU mit 49,2 Prozent deutlich vor der SPD mit 16,7 Prozent. Überraschender war das außergewöhnlich hohe Ergebnis der FDP mit 19,8 Prozent.
So deutlich waren die Ergebnisse in den anderen Wahlbezirken nicht. Hier gab es teilweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen sowohl in der Erststimme zwischen Dr. Maria Flachsbarth (CDU) und Dr. Matthias Miersch (SPD) als auch in der Zweitstimme zwischen den einzelnen Parteien.
Dabei konnte sich die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin in Bilm (38,2 Prozent), in Evern (36,6 Prozent), in Ilten (36,8 Prozent), in Wirringen (39,7 Prozent), knapp in Dolgen (41,8 Prozent) und Rethmar (39,8 Prozent), deutlich in Gretenberg (35,9 Prozent), Haimar (42,2 Prozent) und Wassel (44,7 Prozent), behaupten.
Dr. Matthias Miersch (SPD) lag in Bolzum (43,7 Prozent) und Müllingen (41,5 Prozent) klar vorne. Knapper wurde es in Dolgen, hier fehlten ihm nur eine Stimme zum Gleichstand oder in Rethmar nur drei Stimmen. In Höver dagegen lag er nur mit einer Stimme vor Dr. Maria Flachsbarth – hier zeigte sich mal wieder, jede Stimme zählt und kann das Zünglein an der Waage sein! In Sehnde-Stadt konnte Dr. Maria Flachsbarth 32,1 Prozent der Wähler/innen überzeugen und Dr. Matthias Miersch 38,3 Prozent.
Insgesamt wurden in Sehnde 14.026 gültige Stimmen gezählt. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 77,4 Prozent und damit etwas über dem bundesdeutschen Schnitt, der bei 76,2 Prozent lag. Immerhin 3,5 Prozentpunkte höher als bei der vergangenen Bundestagswahl. Der Zuwachs erklärt sich aus der stärkeren Politisierung in diesem Jahr und der Debatte um die AfD. Diese lag in der Erststimme als auch bei der Zweitstimme in Sehnde im einstelligen Bereich. Dennoch wurde sie drittstärkste Partei mit 8,5 Prozent, hinter 37,5 Prozent CDU und 36,6 Prozent SPD. Grüne, Die Linke und FDP lagen fast gleich auf mit jeweils 5,1; 5,2 und 5,1 Prozenten. Piraten und Freie Wählen blieben unter einem Prozent.
Damit spiegelte das Ergebnis in Sehnde im Großen und Ganzen auch das Ergebnis in Gesamtdeutschland ab – wenn auch nicht so deutlich. Die CDU/CSU bleiben damit stärkste Kraft mit 33 Prozent, mussten aber deutliche Verluste von 8,7 Prozentpunkten verbuchen. Die SPD rutschte mit 20,5 Prozent auf das schlechteste Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik ab. Die FDP gewann deutlich dazu und zog mit 10,7 Prozent zurück in den Bundestag. Die Linken kommen auf 9,2 Prozent und die Grünen auf 8,9 Prozent. AfD wurden mit 12,6 Prozent drittstärkste Kraft.
So war dementsprechend die Stimmung auf den Wahlpartys gedämpft. Von „schockiert, enttäuscht, niedergeschlagen“ war hier die Rede. Obwohl der „Gesamtsieg“ eingefahren wurde, gab es bei der Union im Restaurant „La Villetta“ in Sehnde keine Luftsprünge. Im SPD Bürgerbüro vis á vis zeigte man sich – trotz Niederlage - deutlich optimistischer. Vielleicht hatte man hier mit diesem Ergebnis bereits gerechnet und so wagte Dr. Silke Lesemann schon den Blick nach vorn:“Wir haben bereits Plakate für die Landtagswahl aufgehängt. Dr. Matthias Miersch hat einen tollen Job gemacht.“