NABU informierte über Bio? Logisch!

Stefanie Reimann und Frederic Pein von der Bioland Gärtnerei Rothenfeld brachten frisches Gemüse zum Verkosten mit. (Foto: Dana Noll)

Informative Einblicke in den ökologischen Gemüseanbau

BURGDORF (dno). Im Rahmen der Vortragsreihe „Artenschutz und Artenvielfalt“ lud die NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze am vergangenen Donnerstagabend zu dem dritten Vortrag ins Haus der Jugend in Burgdorf ein. Etwa 40 Interessierte waren gekommen, um sich über den ökologischen Gemüseanbau in der Region Hannover zu informieren.
Als Partner hatte man sich die Bioland Gärtnerei Rothenfeld aus Neuwarmbüchen an die Seite geholt, die einen Einblick in ihre tägliche Arbeit gab. Mitinhaber Frederic Pein und Mitarbeiterin Stefanie Reimann stellten den Betrieb vor und zeigten, welche Herausforderungen beim Anbau verschiedenen Kulturen täglich zu meistern sind.
„Mein Tag startet in der Freiluftsaison bereits um 5 Uhr morgens, im Winter gegen 7 Uhr. Dann geht es raus auf den Acker oder in die Gewächshäuser. Das „Möhren-Team“ oder das „Salat-Team“ ist gut eingespielt“, so Stefanie Reimann. Die Bioland Gärtnerei startete 1996 und hat heute etwa 30 Mitarbeiter/innen. „Wir haben in dieser Zeit viel übers ökologische Gärtnern gelernt, jedes Jahr kommt Neues dazu“, so Frederic Pein.
50 verschiedene Gemüsekulturen werden angebaut. Es wird tagfrisch geerntet und regional vermarktet, das bedeutet, kurze Wege! Die Kund/innen, wie beispielsweise Kitas in der Region, Caterer, Mövenpick Marché oder die Schlossgastronomie Herrenhausen, schätzen die Belieferung mit frischer Ware. Jede Woche werden etwa 5.000 Kopf Salat gepflanzt, 2.000 Bund Radieschen pro Woche und 15 verschiedene Sorten Tomaten werden gezogen. „Unser Schwerpunkt ist der Anbau von Gemüse und hier die Möhren-oder Wurzelgewächse – unsere Stärke ist die Vielfalt“, so Pein.
Als Bioland-Betrieb wird auf die Verwendung von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verzichtet. Doch die Schädlinge stellen die Gärtner/innen oft vor großen Herausforderungen. Ob Grünkohl oder Möhren – kein Gemüse ist vor Kartoffelkäfern oder Fliegen sicher. „Wir beobachten die Insekten, wie verhalten sie sich und was kann man dagegen machen“, so Stefanie Reimann. „Wir haben einen leichten Boden, achten auf vielfältige Fruchtfolgen, fördern ein gesundes Bodenleben und setzen Nützlinge ein“, fügt Frederic Pein hinzu. Von den „Ergebnissen“ konnten sich die Besucher/innen vor Ort überzeugen. Frische Möhren und allerlei anderer Gemüsesorten wurden verkostet.
Um den Ökolandbau zu fördern hat das Land Niedersachsen einen „Aktionsplan für mehr Ökolandbau in Niedersachsen“ aufgelegt. Im letzten Jahr hat die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Niedersachsen einen Rekordstand erreicht: Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hannover wuchs sie um 1200 auf 7200 Hektar. Die Zahl der Biohöfe nahm um 7,6 Prozent auf mehr als 1500 Betriebe zu. Damit erreichen die Biobetriebe einen Anteil von 4 Prozent – 2,8 Prozent der Gesamtfläche werden ökologisch bewirtschaftet.
Allerdings liegt Niedersachsen damit unter immer noch unter dem Bundesdurchschnitt von 8,7 Prozent Öko-Betrieben und 6,5 Prozent ökologisch bewirtschafteter Flächen. Im laufenden Jahr stellten den Angaben zufolge mehr als 70 Betriebe einen Antrag auf Umstellung ihrer Produktion - mit einer angemeldeten Fläche von 4200 Hektar.
Um den Ökolandbau weiter zu fördern, will Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) die Förderprämien nochmals anheben. So soll noch in diesem Jahr die Umstellungsprämie auf 403 Euro und die Beibehaltungsprämie auf 273 Euro pro Hektar steigen - vorausgesetzt, die Europäische Kommission genehmigt dies.