„Museen stärken die touristische Anziehungskraft der Stadt“

Karl-Heinz Heineke (links stehend) berichtet über den Einmarsch der Amerikaner im April 1945. (Foto: Förderverein Stadtmuseum)

Mitgliederversammlung des Fördervereins Stadtmuseum

BURGDORF (r/jk). „Der Förderverein Stadtmuseum trägt ganz wesentlich dazu bei, dass wir in Burgdorf ein sehr sehenswertes Kulturprogramm auf die Beine stellen können. Dafür schafft das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder die notwendigen Voraussetzungen“, betonte Bürgermeister Alfred Baxmann in seinen Grußworten an die Teilnehmer der 18. Mitgliederversammlung.
Das Jahrestreffen spielte sich inmitten der Ausstellung „Mini, Mofa, Mauerbau – die 1960er Jahre in Burgdorf“ ab. „Die Vielfalt der von Ihnen mitgetragenen Ausstellungsthemen zieht Menschen aller Altersklassen aus der ganzen Region an und stärkt damit auch die touristische Anziehungskraft unserer Stadt“, versicherte der Bürgermeister. „Um dem Tagestourismus wirksame Impulse zu verleihen, müssen wir weiterhin für ein effektives Zusammenspiel zwischen attraktiven Einkaufsangeboten, gastronomischen Betrieben und auch auswärtige Besucher ansprechenden Kultureinrichtungen sorgen. Daran hat die unentgeltliche Einsatzbereitschaft des Fördervereins Stadtvereins einen maßgeblichen Anteil und entlastet den Finanzhaushalt der Stadt auf nicht unerhebliche Weise“, bekräftigte Baxmann.

Suche nach Archivräumen

Vorausgegangen war der Jahresrückblick des Fördervereins-Vorsitzenden Gerhard Bleich. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stand die Organisation der Ausstellungen in beiden Museen, unter denen „Burgdorf: Hier findet Ehrenamt Stadt!“ und „STEIN AUF STEIN – Bausteinwelten aus LEGO“ zu den Besuchermagneten gehörten und zu einer Gesamtzahl von über 30.000 Besuchern im Jahr 2014 beitrugen. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte seien die weitere Positionierung der erworbenen Radfahrgalerie Burgdorf sowie eine intensive Öffentlichkeits- und Jugendarbeit gewesen. Bleich erinnerte daran, dass die zukünftige Unterbringung der musealen Archivbestände und die Bereitstellung neuer Lagerräume für die Radfahrgalerie weiterhin auf der Agenda stehen würden. „Es hat in dieser Hinsicht bereits intensive Gespräche mit der Stadt gegeben, die zur Begutachtung diverser in Frage kommender Domizile führten“, berichtete der Vorsitzende. Bürgermeister Alfred Baxmann pflichtete ihm bei, dass sich die Stadt in der Verantwortung sehe, für die Bereitstellung geeigneter Archiv- und Lagerräume zu sorgen. Er bat um Verständnis, dass noch er keine Angaben zu dem zeitlichen Ablauf dieser Vorgänge machen könne.

Zwölf Ausstellungen in 2016

Welche Ausstellungen im Jahr 2016 veranstaltet werden sollen, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Mollenhauer. Unter den sechs Ausstellungen, die im Stadtmuseum zu sehen sind, ragen die beiden Themenjahrs-Ausstellungen „Burgdorf bewegt sich“ (20. Februar bis 17. April) mit der Vorstellung sportlicher Aktivitäten und der Geschichte der Mobilität in der Stadt und „Burgdorf – eine Stadt bewegt sich“ (19. November bis 8. Januar 2017) mit Einblicken in die vergangene und zukünftige Stadtentwicklung heraus. Dazwischen sind Ausstellungen der Burgdorfer Zinnfigurensammlung (7. Mai bis 3. Juli), über die Lebenswelt von Pippi Langstrumpf (auch in der KulturWerkStadt, 23. Juli bis 9. Oktober) und die 16. Auflage von „Kunst & Handwerk“ (29. und 30. Oktober) zu sehen. Das Programm in der KulturWerkStadt umfasst ebenfalls sechs Ausstellungen. Dazu gehört eine neue Schau über Burgdorfer Sammlerschätze (23. Januar bis 28. Februar), der Radfahrgalerie Burgdorf mit dem Titel „Frauen und Fahrräder“ (12. März bis 1. Mai) und „Helden, Horror, Hyperraum“ (21. Mai bis 10. Juli) des Star Trek Clubs Hannover. Die Schau „Jüdische Friedhöfe“ (22. Oktober bis 27. November 2016) stellt der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November zusammen.

Als die Amerikaner einmarschierten
Wie erlebten die Burgdorfer das durch den Einmarsch der Amerikaner am 11. April 1945 besiegelte Ende des Zweiten Weltkrieges? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Hobby-Historiker und ehemalige Oberstleutnant Karl-Heinz Heineke in seinem mit zahlreichen authentischen Filmaufnahmen unterlegtem Vortrag. Die Ergebnisse seiner Forschungen beruhen auf jahrelangen Quellenstudien in den amerikanischen und britischen Archiven sowie auf der Befragung von noch lebenden Zeitzeugen. Dabei beschrieb Heineke auf anschauliche Weise das unaufhaltsame Vordringen der 84. amerikanischen Infanteriedivision über Hildesheim und Hannover in den Burgdorfer Raum und weiter nach Uetze in Richtung der Elbe. Der anwesende Zeitzeuge Hermann Meyer bestätigte ihm, dass damals zwei Polizeibeamte und der Superintendent Georg Böker die auf Panzern einfahrenden amerikanischen Soldaten empfingen und die Bereitschaft zu einer bedingungslosen Übergabe der Stadt bekundeten. Heinekes Schilderungen demonstrierten aber auch, dass es am Nachmittag zu einem größeren Gefecht im Burgdorfer Holz zwischen den nach Uetze vordringenden Amerikanern und deutschen Einheiten kam. Die amerikanischen Truppen konnten den Widerstand durch den Einsatz von Flugzeugen und Artillerie brechen.