Modellbahntage im Straßenbahnmuseum

Interessiert verfolgte Groß und Klein den Streckenverlauf der Bahnen.

HSM bot größte Straßenbahnmodulanlage Europas

SEHNDE/WEHMINGEN (dno). Wer ganz genau hinschaute, konnte winzige Blumenkästen auf Fensterbänken, kleine Zeitschriften am Kiosk oder Parkbänke, auf denen verliebte Pärchen saßen, erkennen. Echte Modellbauer stecken viel Zeit und vor allem Liebe in ihre Objekte. Aber die Straßenzüge und Gebäude waren nur Beiwerk für die eigentlichen Akteure – die Modellbahnen!
Am vergangenen Wochenende trafen sich wieder zahlreiche Freunde der unterschiedlichen Modellbahnthemen und -formate aus der ganzen Region zu den „Modellbahntagen“ im Hannoverschen Straßenbahnmuseum (HSM) in Sehnde/Wehmingen.
Neben der vereinseigenen H0-Straßenbahnmodellanlage konnte hier auch die größte Straßenbahnmodulanlage Europas bestaunt werden. Im Format 1:22,5 (LGB), das entspricht etwa 200 Quadratmetern, war dies das Highlight bei Groß und Klein. Über 160 Meter Gleislänge mit etwa 50 Weichen waren im Raum verbaut. Eine digitale Steuerung ermöglichte, die Züge unabhängig voneinander zu dirigieren.
„Der Aufbau der Modellanlagen erfordert viel Enthusiasmus, hier gibt es kaum etwas von der Stange“, weiß Bodo Krüger, Presse HSM. Das können auch die Hauptinitiatoren Helmut Blenkers und Reinhard Meyer-Dietrich von der Interessengemeinschaft Modellbahnanlagen bestätigen.
„Wir haben früher die Anlage immer für ein solches Event aufgebaut. Jetzt haben wir im HSM einen festen Platz gefunden“, so Blenkers. Seine Leidenschaft für das Hobby entdeckte er schon in jungen Jahren, mit 14 baute er sein erstes Modell. Mindestens ein halbes Jahr steckt er heute in ein Modul. Besonders historische Gebäude haben es ihm angetan. „Ich schaue mich vorher genau um, auch in Büchern und im Internet und lasse mich inspirieren“, so Blenkers. Auch aus seiner persönlichen Vergangenheit baut er Straßenzüge oder einzelne Gebäude nach. So findet sich in seinen Modulen der Kiosk Lukas, das Café Wenzel, der Blumenladen Winkmann oder die Kneipe Dröpke, in der er als Student gejobbt hat. „Ich komme aus Krefeld, dort gab es diese Geschäfte. Allerdings ist auch ein bisschen Phantasie dabei, denn für ein ganz genaues Abbild reichen die Erinnerungen nicht mehr“, schmunzelt Blenkers.