Mit Fahrraddraisinen auf der „Kalibahn“ unterwegs

Der SMB-Arbeitskreis XING befuhr die alte Kalibahn-Strecke. (Foto: Stadtmarketing Burgdorf)

SMB-Arbeitskreis „XING“ erlebte Relikt der Eisenbahngeschichte

BURGDORF (r/jk). Der von Rechtsanwältin Nicole Busse geleitete Arbeitskreis XING gehört zu den sieben Arbeitskreisen und Projektgruppen des Stadtmarketing Burgdorf(SMB). Die ungewöhnliche Bezeichnung steht für ein Internetportal, auf dem sich Unternehmer und Freiberufler miteinander vernetzen und fachlich austauschen sowie zu gemeinsamen Aktionen verabreden können.
In den Junitagen folgten zahlreiche Teilnehmer einer Einladung von XING zu einer Draisinenexkursion auf der Bahnstrecke der ehemaligen „Kalibahn“, die zurzeit nur zwischen Hänigsen und Wathlingen befahrbar ist. Durch den Abbau der weiterführenden Schienen ist die Weiterfahrt nach Ehlershausen nicht mehr möglich.
Gastgeber war der Verein „Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen“, dessen 1. Vorsitzender Joachim Leiner die Besucher auf dem Betriebsgelände am Hänigser Kasparsweg begrüßte. In dessen unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die ehemalige Bergwerksanlage Riedel. Leiner erläuterte, dass der 2007 gegründete Verein erhebliche Anstrengungen unternommen habe, um die gesamte Fahrstrecke der früher von dem Unternehmen Kali+Salz betriebenen Grubenanschlussbahn Ehlershausen-Wathlingen-Hänigsen zu reaktivieren und den Fahrbetrieb mit restaurierten Schienenfahrzeugen wiederaufzunehmen.
Zu einer Zeitreise in die Vergangenheit des regionalen Bergbaus gestaltete sich die anschließende Draisinenfahrt, an der mit Jürgen Illenberger und Friedrich Curdt zwei fachkundige Begleiter teilnahmen. Durch eine von Feldern und Wäldern geprägte Landschaft führte die Fahrstrecke an der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt „Waldlager“ vorbei. Über die Hintergründe der dort angesiedelten Gebäude hatte Illenberger viele heute kaum noch bekannte Details zu berichten. Curdt, der fast sein gesamtes Berufsleben als Obersteiger im Bergwerk Riedel verbrachte, ließ in seinem zeithistorischen Rückblick die Vergangenheit des örtlichen Salzabbaus wiederaufleben und stellte dabei die spezifischen geografischen Gegebenheiten in dessen Umfeld sowie die Gründe für die derzeitige Flutung der Bergwerkstollen vor.
Auf dem weiteren Weg passierte die „XING“-Gruppe einen malerischen Eichen-Auwald und erreichte als Endpunkt der idyllischen Schienenreise den Bahnhof Wathlingen, der am Fuße des „Monte Kali“, einer 96 m hohen Kalihalde, liegt. Nach einer Erfrischungspause fuhren die Teilnehmer nach Hänigsen zurück und ließen den Nachmittag mit einem gemütlichen Grillabend vor den Eisenbahnwaggons ausklingen.
Mit seinen Draisinenfahrten gibt der Verein seit mehreren Jahren Klein- und Großgruppen die Gelegenheit, zu einem attraktiven Schienenabenteuer auf der „Kalibahn“ aufzubrechen. Im letzten Jahr erwarben die Mitglieder sechs neue Fahrraddraisinen, auf denen jeweils vier Personen Platz finden. Für Gruppen bis zu 15 Personen ist die Großdraisine „Goliath“ eingerichtet. Zwei Handhebeldraisinen für 6 bis 8 Personen komplettieren den Fahrzeugbestand, so dass bis zu 50 Personen gleichzeitig auf den Schienen unterwegs sein können. Der Kleinbahnverein ist für einen Draisinenbuchung unter der Telefonnummer 0171/3531533 erreichbar.