Milch macht nicht nur müde Männer munter

Handarbeit hoch auf der riemenangetriebenen Dreschmaschine. (Foto: Georg Bosse)

Beim Schillerslager Dreschefest drehte sich alles um die (Kuh-)Milch

SCHILLERSLAGE (gb). Backen und Buttern, Düngen, Melken und Schmieden – vor gut 100 Jahren war Landwirtschaft noch mühsame Handarbeit. Davon konnten sich die Besucher des Dreschefestes überzeugen, dass traditionell immer am dritten Sonntag im September in Schillerslage stattfindet.
„Eigentlich gut für uns, dass es am Vortag ein wenig geregnet hat. Deswegen staubt es heute auf dem Festgelände nicht so“, sagte Ortsbürgermeister Manfred Dunker, der es sich an diesem sonnigen Sonntag mit Kaffee und Kuchen im Schatten bequem gemacht hatte. Rund um das Ackergelände hatten einmal mehr über 300 Schillerslager tüchtig Hand angelegt, um ein kleines Dorf mit Buden und Häuschen entstehen zu lassen.
„Milch macht müde Männer munter“ - dieser Werbeslogan aus den 1950er Jahren ist mittlerweile zu einem geflügelten Wort geworden. Vielleicht auch ein Hinweis darauf, warum der organisierende Förderverein der Ortsfeuerwehr Schillerslage (FOS) gerade dieses alte Nahrungsmittel zum Thema für die Reise in die bäuerliche Vergangenheit gewählt hatte.
Der FOS legt besonderen Wert auf den volkstümlichen Charakter des Dreschefestes und nimmt immer wieder gerne Anregungen und Ideen aus der Dorfgemeinschaft auf. Alles, was beim Dreschefest geschaut und angefasst werden kann, wird von den Dorfbewohnern mit viel Engagement vorbereitet. Eine eben solche Hingabe legten die die Schillerslager auch bei der Zubereitung ihres kulinarischen Angebots an den Tag. Ob an der Gulaschkanone oder an der Milchbar, bei Kartoffelstippe, heißem Zwiebelbrot oder bei einem Becher Muckefuck (Kaffeersatz) – für das leibliche Wohl nach Omas Rezepten war bestens gesorgt.