„Michael Jackson kommt nach Burgdorf - Sammler stellen aus“

Horst Hübner stellt die neue Dioramensammlung „Weltgeschichte in Zinn“ vor. (Foto: SMB)
 
Eberhard Hußmann vor einer Bastelarbeit mit Wilhelm Busch-Motiven. (Foto: SMB)

Stadtmuseum wird vom 18. Februar bis 29. April zu einer großen Sammlerstube

BURGDORF (r/bs). Die Vielfalt menschlicher Sammeltätigkeit ist unerschöpflich. Welche verborgenen Schätze in regionalen Sammlerstuben zu finden sind, zeigt die neue Ausstellung „Michael Jackson kommt nach Burgdorf – Sammler stellen aus“, die der VVV und die Stadt Burgdorf vom 18. Februar bis 29. April im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) präsentieren. Öffnungszeiten: sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr.
Alle Ausstellungsobjekte sind private Leihgaben von regionalen Sammlern. Die Mehrheit von ihnen stammt aus Burgdorf. In teilweise jahrzehntelanger Sammeltätigkeit haben sie sich ihren Interessengebieten gewidmet und umfassende Sammlungen von teilweise besonderem Seltenheitswert zusammengetragen. Für die Ausstellung haben sie einen repräsentativen Querschnitt ihrer sehenswerten Objekte ausgewählt, von denen einige noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren.
Martina Gypser gehört zur großen Fangemeinde des verstorbenen Popsängers Michael Jackson. In den vergangenen Jahren hat sie eine umfangreiche Sammlung mit Erinnerungsstücken aus dem Umfeld des 2009 überraschend verstorbenen Ausnahme-künstlers angelegt. Die Ausstellungsbesucher erhalten einen Eindruck von der großen Bandbreite ihrer Sammlung.
Seit den 1960er Jahren stehen der Dichter Wilhelm Busch und seine „Max und Moritz-Geschichten“ im Zentrum der Sammelleidenschaft des Burgdorfer Buchbinders Eberhard Hußmann. Neben Originalausgaben der Wilhelm Busch-Geschichten, seinen Zeichnungen und „Max und Moritz“-Porzellanfiguren ist in der Ausstellung zu sehen, dass in der Werbebranche Busch-Motive kreative Verwendung fanden, u.a. bei einem „Max und Moritz“-Wein aus Portugal, Würstchen, Margarine, Schokolade, Taschen- und Brillenputztüchern und Servietten.
Sogar bei einer Freiwilligen-Werbekampagne der Bundeswehr aus den 1950er Jahren waren sie verblüffenderweise zu finden. Hußmanns Ehefrau Helga ist ebenfalls begeisterte Sammlerin und zeigt die schönsten Stücke ihrer mehrere Hundert Exemplare umfassenden Puppen- und Spielzeugsammlung aus mehreren Jahrzehnten.
In einer Sonderausstellung in der oberen Etage des Stadtmuseums stellt Horst Hübner, Leiter der Burgdorfer Zinnfigurensammlung, erstmalig die neue Dioramengruppe „Weltgeschichte in Zinn“ vor. Sie stammt aus der Sammlung des in Fachkreisen bekannten Zinnmeisters Wolfgang Lohse aus Oranienburg und zeigt detailgetreue historische Episoden. Lohse, den Anfang der sechziger Jahre der „Sammelvirus“ für Zinnfiguren erfasst hat, hat die in akribischer Miniaturarbeit entwickelten Zinnfigurengruppen als dauerhafte Stiftung nach Burgdorf übergeben.
Jürgen Mollenhauer sammelt seit zehn Jahren historische deutsche Gesang- und Gebetbücher und zeigt die seltenen Ausgaben in der Ausstellung. Das älteste Exemplar stammt aus dem Jahr 1797. Von kulturgeschichtlichem Interesse ist auch der Nachdruck eines seit 1567 weit verbreiteten Gesangsbuchs der Gegenreformation von Johann Leisentrit.
Mollenhauers Ehefrau Gertraud und VVV-Mitarbeiterin Kristine Bäuerle zeigen Autogrammkarten von unvergessenen Filmstars der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte (darunter Romy Schneider, Heinz Rühmann, Maria Schell und Hansjörg Felmy) und Filmprogramme deutscher Erfolgsfilme aus dieser Zeit.
Eine Fundgrube historisches Blechspielzeugs ist die Sammlung von Dieter Vogelsang, deren Einzelstücke aus seiner Kindheit in den 1940er Jahren stammen. Nachdem das verschollen geglaubte Spielzeug 1969 wieder aufgetaucht war, fristete es bis vor vier Jahren ein Schattendasein auf dem Boden seines Wohnhauses. Seine Pensionierung im Jahr 2008 war der Anstoß, den Spielzeugbestand zu ordnen und systematisch zu erfassen. In der Ausstellung zu sehen sind unter anderem eine handgearbeitete Puppenschaukel, diverse Spielzeugfahrzeuge und eine Blechspielzeug-Eisenbahn.
Zu den weiteren Anschauungsobjekten ungewöhnlichen Sammlerinteresses, die in der Ausstellung zu betrachten sind, gehören Science Fiction-Sammelartikel von Michael Slapnicar, Handarbeiten der 1950er Jahre von Norbert Schlumbohm, historische Modell-Dampfmaschinen von Gerhard Lüdtke, Zuckertüten aller Arten aus diversen Ländern von Anna Hentschel, LKW-Modelle von Ulrich Schulz und historische Fahrzeuge von Armin Baur.
Der VVV bietet Sonderführungen auch innerhalb der Woche an, für die eine vorherige Terminabsprache mit Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136 – 1862) notwendig ist.