Mellendorfer TV und Inter Burgdorf stehen im Endspiel des MARKTSPIEGEL-Pokals

Nur mit einer Grätsche kann Inters Yacup Tüfekci den agilen 06er Jared Derksen (links) vom Ball trennen. (Foto: Kamm)
 
Mellendorfs Lukas Lüder (hinten) setzt Yilmaz Karacivi (Yurdumspor Lehrte) im MARKTSPIEGEL-Pokal Halbfinale sofort unter Druck und lässt seinem Gegenspieler keine Zeit zur kontrollierten Ballannahme. (Foto: Kamm)

06 Lehrte und Yurdumspor Lehrte verfehlten knapp das Endspiel

HÄNIGSEN (kd). 200 Zuschauer, die trotz schlechten Wetters am Mittwoch den Weg ins Hänigser Stadion gefunden hatten, staunten nicht schlecht, als bereits das erste der beiden Halbfinalspiele um den MARKTSPIEGEL-Pokal mit einer Überraschung endete. Mit dem SV 06 Lehrte zog nicht der amtierende Vizemeister der Kreisliga 1 in das am heutigen Sonnabend von 16 Uhr an in der MARKTSPIEGEL-Arena, Sorgenser Straße, in Burgdorf stattfindende Endspiel ein, sondern der Kreisligarivale Inter Burgdorf, der das Halbfinale mit 6:4 (2:2/1:1) nach Elfmeterschießen gegen die 06er für sich entschied. Somit verfehlte 06 Lehrte erneut das Finale, nachdem für die Mannschaft von Trainer Lars Bischoff bereits im Vorjahr im Halbfinale Schluss war.
Auch in der zweiten Begegnung deutete sich im Spiel von Yurdumspor Lehrte gegen den Pokalverteidiger Mellendorfer TV eine Überraschung an. Bis 13 Minuten vor dem Abpfiff führte Yurdumspor gegen den amtierenden Vizemeister der Kreisliga 2 noch mit 1:0, ehe der Mellendorfer TV in den Schlussminuten noch mit 2:1 gewann und nun alles daran setzen will, im Endspiel gegen Inter Burgdorf seinen Titel als Sieger des letztjährigen MARKTSPIEGEL-Pokals zu verteidigen.

SV 06 Lehrte -
Inter Burgdorf 4:6 n.E.

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, lautet ein Sprichwort, an das sich der SV 06 Lehrte am Mittwoch im Halbfinalspiel gegen Inter Burgdorf erinnert haben dürfte. Die Schnelligkeit und Dynamik eines Jared Derksen, der zwei Strafstöße für die 06er herausholte, die auch zu Elfmetertoren von Tony Heidenreich (18.) und Dennis Spiegel (65.) führten, brachten zwar zwei Tore, doch reichte dies nur, um die Entscheidung im ersten Halbfinale zwischen dem SV 06 Lehrte und Inter Burgdorf durch ein Elfmeterschießen herbeizuführen. Inter Burgdorf konnte das Elfmeterschießen mit 6:4 (2:2/1:1) am Ende für sich entscheiden und damit in das heutige Finale um 16 Uhr gegen den Mellendorfer TV einziehen.
In der Begegnung war von Beginn an viel Dynamik. 06 Lehrte setzte immer wieder Nadelstiche durch schnelle Konterattacken, wobei besonders der erst 19-jährige Engländer Jared Derksen hervorstach, der aus der eigenen Jugend hervorging. Eine der blitzschnellen Attacken des Nachwuchsspielers führte in der 18. Minute zu einem Foulspiel von Roman Prodan. Schiedsrichter Dirk Bierkamp blieb keine andere Wahl, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Tony Heidenreich erwies sich dann auch als sicherer Schütze und sorgte für die 1:0-Führung. Danach ließen es die 06er unverständlicherweise etwas schleifen, was der freistehende Cetin Özgen in der 33. Minute prompt zum 1:1-Ausgleichstreffer nutzte.
In der 2. Halbzeit wagte Inter Burgdorf dann weitaus mehr und kam folgedem auch in der 54. Minute durch Neuzugang Felipe Siqueira De Abreu zur 2:1-Führung. Erneut war es Jared Derksen, der in der 65. Minute dazu beitrug, das ein weiteres Foulspiel an ihm mit einem Elfmeter geahndet wurde, den Dennis Spiegel dann auch zum 2:2-Endstand verwandelte. Zu diesem Zeitpunkt war Inter Burgdorf bereits durch eine gelb-rote Karte für Cetin Özgen (64.) nach einem Foulspiel dezimiert, nachdem er zuvor die gelbe Karte wegen Meckerns gesehen hatte. Vor dem anschließenden Elfmeterschießen nahm Inter-Trainer Bedran Özgör noch einen Torhütertausch vor, indem er Slawomir Klabis für Recep Özgör einwechselte. Doch brauchte der Inter Keeper nicht groß einzugreifen, da ausgerechnet Lehrtes von Hertha Otze gekommene Neuzugänge Lukas Kühle und Fabrizio Pizzo ihre frühere Spielstätte ins Visier nahmen und das Leder weit über das Tor in Richtung Otze verschossen, während ihre Mannschaftskameraden Benjamin Wente und Anton Welke trafen. Da aber die Inter-Spieler Yacup Tüfekci, Abdi Kinno, Jasko Aziri und Felipe Siqueira De Abreu trafen, brauchte Hans-Martin Schneider gar nicht mehr anzutreten, da die Entscheidung bereits zu Gunsten von Inter Burgdorf gefallen war.
Während Lehrtes Trainer Lars Bischoff meinte, „nach Elfmeterschießen zu verlieren, ist immer ärgerlich und vom Glück begünstigt“, fand sein Burgdorfer Trainerkollege Bedran Özgör: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir unsere Tore selbst herausgespielt haben, während Lehrte nur mit Elfmetern erfolgreich war."

Mellendorfer TV -
Yurdumspor Lehrte 2:1

Ein wenig hinter den Erwartungen blieben zunächst der Mellendorfer TV und der SV Yurdumspor Lehrte im zweiten Halbfinale zurück, das die Mellendorfer mit 2:1 (0:1) gewannen. Dabei hatten sowohl der Mellendorfer TV als auch der SV Yurdumspor Lehrte zuvor im MARKTSPIEGEL-Pokal durch starke Leistungen von sich reden gemacht. So mussten die Mellendorfer in ihrer Gruppe nicht nur so starke Gegner wie den TSV Wettmar und TSV Engensen, sondern auch den SV Fuhrberg hinter sich lassen, um sich dann im Viertelfinale mit dem 1. FC Burgdorf auseinandersetzen zu müssen, der erst nach Elfmeterschießen besiegt werden konnte. Ebenso schwer war der Weg für den SV Yurdumspor Lehrte ins Halbfinale, der in seiner Vorrundengruppe Kreisligagefährten wie den TSV Haimar/Dolgen, MTV Ilten und auch die TSG Ahlten hinter sich lassen musste. Im Viertelfinale wartete mit dem SV Hertha Otze dann ein weiterer Kreisligist, der ebenfalls besiegt werden konnte.
Kein Wunder, dass daher die Erwartungen riesengroß waren, zwischen zwei leistungsstarken Kreisligisten einen offenen Schlagabtausch zu sehen. Doch übten sich die Kontrahenten erst einmal in vornehmer Zurückhaltung, wobei der SV Yurdumspor Lehrte zunächst den agileren Eindruck machte. „Wir sind zunächst gar nicht ins Spiel gekommen“, räumte Mellendorfs Trainer Andreas Fleischer ein, dessen Elf dann auch noch das Pech hatte, einem frühen Rückstand durch das Freistoßtor von Süleyman Karakaya aus der 14. Minute hinterher laufen zu müssen. Doch bereits gegen Ende der 1. Halbzeit deuteten die Mellendorfer ihre Gefährlichkeit an, als Dominic Meyer (34.) nur die Latte traf und Christian Möller den Abpraller verfehlte.
Die 2. Halbzeit stand eindeutig im Zeichen der Wedemarker. Doch bedurfte es in der 57. Minute erst eines Strafstoßes von Torben Puls, um durch einen Elfmeter den 1:1-Ausgleich zu erzielen. Im Nachhinein haderte Yurdumspor Kotrainer Süleyman Karakaya mit der Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Weiß, nach voraus gegangenem Foulspiel eines Yurdumsporspielers zunächst auf Vorteil zu erkennen, um danach doch noch auf Strafstoß zu entscheiden. Die Lehrter hatte sich von dem Schock kaum erholt, als Nils Gottschalk in der 62. Minute seinem Ruf als Torjäger alle Ehre machte und nach einem Freistoß von Torben Puls blitzschnell mit dem Kopf zur Stelle war und den Ball zu erstmaligen Führung einköpfte. Danach hätte der Sieg des Pokalverteidigers noch höher ausfallen können. So verfehlte Michael Draper nach Pass von Nils Gottschalk das leerstehende Tor. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Lehrter nach einer gelb-roten Karte für Serdogan Sönmez bereits in Unterzahl. „Es ist schade, dass wir ausgeschieden sind. Lange Zeit haben wir sehr gut gestanden und alles richtig gemacht. Der Elfmeter hat uns dann aus der Bahn geworfen“, ärgerte sich Yurdumspor-Trainer Özen Keyik. „Wir waren in der 2. Halbzeit eindeutig besser. Unser Gegner hatte kaum noch Chancen. Insofern ist unser Sieg verdient“, behauptete MTV-Coach Andreas Fleischer.