Mehr Miteinander als deutlicher Wunsch an die Gesellschaft

Gemeinsam werden Wünsche an die Inklusion auf ein buntes Plakat geklebt. (Foto: Lebenshilfe Burgdorf)

Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

BURGDORF (r/jk). Mitarbeiter der Lebenshilfe Peine-Burgdorf sowie Nutzer und Bewohner des Ambulant Betreuten Wohnens und der Wohnstätten luden auf dem Schützenplatz in Burgdorf Besucher des Wochenmarkts in ihr „Café der Inklusion“ ein. Anlass war unter dem Motto „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“ der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Menschen mit und ohne Behinderung kamen ganz unkompliziert bei einer Tasse Kaffee miteinander ins Gespräch. Was hat die Gesellschaft bereits erreicht? Aber was wünschen wir uns auch noch, damit Inklusion keine Utopie bleiben muss? Spannende Fragen, die trotz regnerischen Wetters von zahlreichen Besuchern diskutiert und teilweise auf Aufkleber geschrieben wurden, um sie dann auf einem großen Aktionsplakat festzuhalten.
Immer wieder fand sich auf diesen bunten Klebe-Punkten ganz individuell Erreichtes zum Thema Selbstständigkeit, wie „Ich habe eine eigene Wohnung“ oder „Ich habe ein Haustier“, „Ich habe geheiratet“ oder „Ich war allein im Urlaub“. Aber auch Wünsche an die Gesellschaft wurden deutlich. Fast allen Äußerungen gemeinsam war der Wunsch nach niedrigschwelligen Möglichkeiten zur Begegnung und Beratung und der dringende Wunsch nach mehr Nachbarschaftlichkeit, nach dem Einbezogen sein in das soziale Umfeld.
Und ganz konkret ging ein Lob an die Stadtverwaltung Burgdorf bezüglich des verbesserten Fahrstuhls im Bahnhof – das wird auch Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann gefreut haben, der als interessierter Gesprächspartner den Stand mit viel Zeit besuchte.
Ein gelungener Tag, an dem Berührungsängste abgebaut werden konnten und der gemeinsame Wunsch von Menschen mit und ohne Behinderung nach mehr Miteinander wieder ein bisschen mehr Realität wurde.