Mehr Einsätze im Jahr 2017

Der 290. Einsatz im Jahr 2017: In der Silvesternacht löschte die Burgdorfer Ortsfeuerwehr einen brennenden Hochsitz in der Sorgenser Feldmark. (Foto: Feuerwehr Burgdorf)

Burgdorfer Ortsfeuerwehr rückt öfter aus als in den Vorjahren / In der Silvesternacht brennen ein Hochsitz und ein Müllcontainer

BURGDORF (fh). Das Jahr 2018 hat für die Ortsfeuerwehr Burgdorf mit einem typischen Silvester-Einsatz begonnen: Am 1. Januar hatte eine Streife der Burgdorfer Polizei gegen gegen 0.45 Uhr einen brennenden Müllcontainer vor dem Kindergarten an der Gartenstraße entdeckt. Sechs Feuerwehrleute rückten daraufhin mit einem Tanklöschfahrzeug an. Sie konnten den Brand schnell löschen und den Einsatz nach einer halben Stunde beenden.
Nicht einmal drei Stunden zuvor hatte die Burgdorfer Feuerwehr ihren letzten Einsatz im alten Jahr absolviert. In der Sorgenser Feldmark brannte ein mobiler Jagdsitz auf einem Anhänger. Gegen 22:30 Uhr hatten Zeugen das Feuer bemerkt. Rund eine Stunde später war der Brand gelöscht. Zu verdanken ist das 17 Feuerwehrleuten, die mit drei Fahrzeugen vor Ort waren.
Insgesamt ist die Burgdorfer Ortsfeuerwehr 2017 damit zu 290 Einsätzen ausgerückt. Gegenüber den Vorjahren ist das ein deutlicher Anstieg. 2016 hatte die Ortsfeuerwehr 216 Einsätze verzeichnet, im Jahr davor 251 und 2014 sogar nur 185. Feuerwehrsprecher Christian July schreibt das vor allem den beiden schweren Stürmen Xavier und Herwarth zu, die innerhalb von vier Wochen über die Region hinweggefegt waren. Mehr als 80 Einsätze gingen auf das Konto von Unwettern und Hochwasser.
Für die Feuerwehrleute ist die hohe Zahl an Einsätzen eine erhebliche Belastung. Insgesamt sind rund 90 ehrenamtliche Brandschützer in Burgdorf aktiv. Diese Zahl ist laut July relativ konstant. Ein Problem sieht er deshalb nicht in mangelnder Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement, sondern eher in der Verfügbarkeit. „Vor 50 Jahren haben die meisten noch in Burgdorf gearbeitet, jetzt pendeln viele nach Hannover oder in andere Kommunen“, weiß er. Gerade während der Arbeitszeit seien dann längst nicht immer alle greifbar. „Wenn wir mehr wären, könnten wir die Einsätze auch anders entkrampfen und auch mal bewusst Leuten für eine gewisse Zeit frei geben“, so July.
Neben Unwettereinsätzen hätten in den vergangenen Jahren vor allem Türöffnungen zugenommen, weil Menschen in Notlage in ihrer Wohnung vermutet werden. 2017 ist das in Burgdorf rund 50 Mal vorgekommen. Es ist ein Thema, das July nahegeht und ihn wütend macht. Früher sei so etwas fast nie vorgekommen. „Grund für den Anstieg ist vor allem die zunehmende Anonymität“, ist er überzeugt. Viele würden sich nicht dafür interessieren, wenn der Briefkasten des Nachbarn überquillt. „In den meisten Fällen kommt die Hilfe dann leider zu spät. Die Betroffenen sind bereits tot, wenn wir die Tür öffnen“, sagt July.
Das ist bei Brandeinsätzen zum Glück meistens nicht der Fall. Und auch bei einigen Verkehrsunfällen und Türöffnungen ist die Hilfe rechtzeitig gekommen. Insgesamt hat die Burgdorfer Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr 56 Menschen das Leben gerettet. „Das heißt natürlich in der Regel nicht, dass ein Feuerwehrmann heldenhaft ein Kind aus einem brennenden Haus trägt. Oft ist das recht unspektakulär“, so July. Es gehe beispielsweise um Menschen, die aus oberen Stockwerken herausgeholt würden, wenn es im Erdgeschoss brennt. Doch auch für diese weniger Aufsehen erregenden Rettungen dürften die Betroffenen den ehrenamtlichen Helfern sehr dankbar sein.
Und es gibt noch eine gute Nachricht: Großbrände kommen laut July immer seltener vor. „Das ist vor allem den Rauchwarnmelden zu verdanken“, sagt er. In den meisten Fällen würde ein Feuer in der Wohnung nicht erst bemerkt, wenn die Fenster bersten, sondern durch das Piepen des Gerätes.
Dennoch musste die Burgdorfer Feuerwehr auch 2017 einen großen Hausbrand löschen. Am Klaus-Groth-Weg hatten Anfang Juni die Flammen große Teile eines Einfamilienhauses zerstört. Insgesamt bekämpften 54 Feuerwehrleute aus Burgdorf, Heeßel, Hülptingsen, Dachtmissen, Weferlingsen und Otze mit 16 Fahrzeugen fast drei Stunden lang das Feuer. Bei dem Brand war niemand verletzt worden; die Bewohner hielten sich zu dem Zeitpunkt nicht in dem Haus auf.