Martinsumzug mit Ross und Reiter

Über die etwa 400 Laternengänger freute sich die Laienspielgruppe Stelle beim diesjährigen Martinsumzug.

Über 400 große und kleine Laternengänger zogen durch Kirchhorst

KIRCHHORST (dno). Neben der Tradition des Martinssingens werden die Martinsumzüge vielerorts gepflegt. Auch in Kirchhorst lud die Laienspielgruppe Stelle - und das schon seit über 40 Jahren - zu ihrem traditionellen Umzug ein und lockte über 400 Laternengänger durch die Straßen.
Das Fest des heiligen Martin basiert auf der Geschichte des Martin von Tours, der mit 17 Jahren Soldat und bei der römischen Reiterabteilung in Gallien stationiert, war. Hier soll ihm an einem kalten Wintertag ein Bettler begegnet sein, der spärlich bekleidet war und fror. Ohne viel zu überlegen, ignorierte er das Leid des Bettlers nicht und teilte seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Hälften. Diese Mantelteilung symbolisiert bis heute die Wohltätigkeit des Sankt Martin. In der darauffolgenden Nacht soll dem schlafenden Martin Jesus erschienen sein, der seinen halben Mantel trug. Für Martin stand fest, dass dies ein Zeichen war. Er verließ die Armee und stellte sich ganz in den Dienst Gottes und wurde Priester. Am 8. November 397 starb Martin im Alter von 81 Jahren in Candes und wurde am 11. November, dem heutigen Martinstag, in Tours beigesetzt.
An der Spitze des Umzuges in Kirchhorst war zum dritten Mal Mirell Wobbe vom Reit- und Voltigierverein Stelle als St. Martin auf ihrem Pferd "Krümel". Darüber waren besonders die Kinder sichtlich erfreut, denn im vergangenen Jahr musste der Umzug ohne seine traditionelle Spitze auskommen. Denn, Ross und Reiter fehlten, da das Pferd erkrankt war.
Musikalisch begleitet wurde der Tross von den Musikfreunden Bilm, auch "eine Kooperation, die schon seit vielen Jahren besteht". Unter dem Kommando der Wehren Kirchhorst und Stelle ging es ab Moorstraße über die Steller Straße bis in die Neuwarmbüchner Straße und über den Rosmarinweg zurück zum Gerätehaus der Feuerwehr Kirchhorst. Hier warteten auf die Laternengänger Bratwürste und Schmalzbrote sowie heißer Kindertee.
Die Route wurde in diesem Jahr etwas "abgespeckt". Die etwa 200 Meter durch den Sonnentauweg wurde aus Sicherheitsgründen eingespart. "Hier ist es einfach sehr dunkel mit nur wenig Beleuchtung, da wollen wir kein Risiko eingehen", so die Wehren.
Für ein wenig Licht und ganz viel Atmosphäre sorgte die Jugendfeuerwehr, die als Fackelträger den Umzug unterstützten. Sicherlich hätten auch die jüngsten Mitglieder ihre Freude an dem Umzug gehabt. Doch das Projekt Kinderfeuerwehr konnte noch immer nicht umgesetzt werden. Es mangelt weiterhin am Personal. Ein Kinderfeuerwehrwart wird dringend gesucht. Dieser muss übrigens nicht mal selbst in der Wehr sein, Spaß an der Arbeit mit Kindern, Ideen und Engagement würden fürs Erste ausreichen. Dennoch scheiterten bislang alle Bemühungen und "Personalgespräche".