„Machen Sie dem Täter das Einbrechen schwer!“

Uwe Bollbach vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Burgdorf referierte im Feuerwehrhaus Heessel zum Thema „Schutz vor Einbruch“. (Foto: Dana Noll)

Präventionsteam der Polizeiinspektion Burgdorf informierte in Heeßel

HEESSEL/BURGDORF (dno). Ein volles Feuerwehrhaus in Heeßel mit über 80 Teilnehmer/innen zeigte, wie groß das Interesse an Tipps zum sicherheitsbewussten Verhalten ist. Verständlich, denn bundesweit wird alle drei Minuten eine Wohnung oder ein Haus aufgebrochen. Hinterlassen wird oft große Verwüstung und Verunsicherung bei den Bewohnern. Besonders der Verlust von ideellen Werten ist schmerzhaft.
„Ich möchte niemanden verunsichern, aber für das Thema sensibilisieren und mit Vorurteilen aufräumen“, so Uwe Bollbach vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Burgdorf.
Dabei ging es weniger um die technischen Möglichkeiten als vielmehr um den Schutz der eigenen vier Wände mit einem sicherheitsbewussten Verhalten. Dazu zählt, Haus und Türen auch bei kurzer Abwesenheit fest zu schließen, Fenster nicht auf Kipp zu lassen, unbekannte Fahrzeuge zu beobachten und sich das Kennzeichen zu notieren oder auch Fußgänger direkt anzusprechen, wenn sie sich auf einem fremden Grundstück bewegen.
„Folgen sie ihrem Bauchgefühl und melden sie uns ungewöhnliche oder verdächtige Situationen“, so Bollbach. Die Polizei lebt von diesen Hinweisen, die übrigens den Anrufer kein Geld kosten, auch wenn ein Einsatz erforderlich wird!
Die Täterprofile wie auch Einbruchmethoden sind vielfältig. Dennoch, vor der Tat wird häufig ausgespäht und man (Frau!) wählt eher Objekte, die unbewohnt, schwer einzusehen und leicht zugänglich sind. „Stehlen sie dem Einbrecher Zeit“, so Bollbach. Denn nach fünf Minuten lassen die Täter vom Objekt ab und gehen zum nächsten Haus.
Mit abschließbaren, DIN-geprüften Fenstern, einem gut ausgeleuchteten Grundstück, einer aufmerksamen Nachbarschaft, gut gesicherten und verschlossenen Türen, einbruchhemmenden Rolläden und fehlenden Aufstiegshilfen, wie zum Beispiel Leitern an der Hauswand, wird dem Täter das Leben schwer gemacht. „Wichtig ist, die Sicherheits-Tipps müssen zu ihnen und ihrem Leben passen“, so Bollbach.
Mit dem Vorurteil „Bei mir gibt es doch nichts zu holen“, räumte Bollbach auf: „Denn, 99 Prozent der Täter entscheiden erst im Objekt, was genau sie mitnehmen.“ Gefragt ist, was klein, handlich, wertvoll ist und in Rucksack oder Tasche passt. So wie übrigens auch das „Lieblingswerkzeug“ der Einbrecher: der Schraubendreher. „Den tragen die Täter häufig im Ärmel“, so Bollbach. Und: Täter kann jeder sein, auch Frauen! Vorfälle von vorgetäuschten Kinderwagenspazierfahrten bis hin zu „Gentleman-Dieben, die sogar das Fenster wieder schließen, durch das sie gestiegen sind, sind der Polizei allerorts bekannt.
Im Urlaub ist es von Vorteil die Nachbarn zu informieren, Rollläden per Zeitschaltuhr hoch- und herunterfahren zu lassen, Briefkästen zu leeren und keine Hinweise auf Anrufbeantworter oder in den sozialen Netzwerken zu hinterlassen.
Im Internet finden sich unter www.k-einbruch.de/interaktiveshaus nützliche Hinweise zum Schutz vor Einbruch. Über technische Möglichkeiten berät die Zentralstelle „Technische Prävention“ kostenlos und gern vor Ort. Termine unter 0511-109-1114.
Für Hinweise oder Meldungen immer „110“ wählen!