Liebe Grüße von Klärchen aus Burgdorf

Das 4. Erzählcafé im BENEFIZZ „Von Burgdorf nach Jerusalem“ platzte aus allen Nähten. (Foto: Georg Bosse)

100. Geburtstag des Autors Ernst Pinchas Blumenthal

BURGDORF (gb). Mit gut 80 Gästen, darunter eine Schülergruppe der Realschule Burgdorf, platzte am vergangenen Mittwochabend das Erzählcafé im BENEFIZZ in der Hannoverschen Neustadt aus allen Nähten. Auslöser war eine würdigende Lesung von Aufzeichnungen und Erzählungen über private Begegnungen mit Ernst Pinchas Blumenthal, dessen Geburtstag sich am 10. Oktober 2012 zum 100. Mal jährte. Ernst Pinchas Blumenthal ist der jüdische Autor von „Die gläserne Wand - ein Burgdorfer Roman“ (ISBN 3-932810-26-0).
Ernst Pinchas Blumenthal wurde 1912 in Berlin geboren und lebte als Adoptivsohn von Meyer Löwenstein, dem letzten Rabbiner in Burgdorf, von 1915 bis 1930 in der Kleinstadt an der Aue. Im benachbarten Celle, wo er das humanistische Gymnasium Ernestinum besuchte, wurde er Ernst-Günther genannt.
Seine unverbrüchlich innere Verbundenheit mit dieser Stadt dokumentierte Blumenthal mit seinem einzigartigen zeitgeschichtlichen Dokument, in dem er seine Erinnerungen an die Kinder- und Jugendzeit in Burgdorf sowie seine Schulerfahrungen am Ernestinum in Celle verarbeitete. Ernst Pinchas Blumenthal war bereits 60 Jahre alt und lebte schon lange in Jerusalem, als er diesen „Glücksfall für die Stadt“, so Pastor i.R. Rudolf Bembenneck vom Arbeitskreis „Gedenkweg 9. November“, zu Papier brachte. Alles in allem ein respektabler Beweggrund für BENEFIZZ, seine 4. Auflage des Erzählcafés unter das Motto: „Von Burgdorf nach Jerusalem“ zu stellen.
Im Rahmen einer Studienfahrt über Jordanien nach Jerusalem stellten Agnes Meine und ihr Ehemann, der über persönliche Kontakte zu Blumenthals „lieben Nachbarsfrau Klärchen“ verfügte, 1979 erste Annäherungen her. Es brauchte etwas mehr, als nur Grüße von Klärchen, um Miriam und Ernst Pinchas Blumenthal zu einem Besuch in Burgdorf zu bewegen. Die „Heimkehr“ fand schließlich doch noch im gleichen Jahr statt. Und seine Vorliebe für alles Süße, wie Gebäck, Kuchen und Torten, ließ Blumenthal gleich nach der Burgdorfer Bäckerei Vespermann fragen. Ein Jahr später nutzen die Blumenthals einen Besuch in Amelinghausen zu einem Abstecher ans Steinhuder Meer.
Das „Geburtstagsständchen“ für Ernst Pinchas Blumenthal wurde von Laura Dalla Libera auf der Blockflöte vorgetragen.