„Lehrter Tisch“ schließt

Der „Lehrter Tisch“ schließt zum Monatsende und hat mit dem Packen angefangen.

Am 27. Oktober 2017 letzte Lebensmittelausgabe

LEHRTE (dno). Mit einem „lachenden und auch weinenden Auge“, so Gisela Harder, verabschiedet sich der „Lehrter Tisch“ zum Monatsende. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, aber tragen uns schon seit über einem Jahr mit dem Gedanken“, erklärt sie.
Am 31. Oktober 2017 ist nun Schluss, die letzte Lebensmittelausgabe wird am 27. Oktober ab 13 Uhr stattfinden. Das ehrenamtliche Team muss aus gesundheitlichen und Alters-Gründen – schweren Herzens – nun ihre Tätigkeit für den Lehrter Tisch einstellen. „Wir haben alles versucht, noch Helfer zu bekommen“, berichtet der 1. Vorsitzende Heinz Kreichelt, „Es hat leider nicht geklappt!“ Besonders für anfallende Fahrdienste und um „mal mit anzupacken“ wurde händeringend nach – vor allem männlicher - Unterstützung gesucht. „Wir sind alle sehr traurig, das 10-jährige Jubiläum hätte ich schon gern vollgemacht“, so Harder.
Die Initiative „Lehrter Tisch“ wurde im September 2008 aus einer Abspaltung von der Lehrter Tafel ins Leben gerufen. Die Räumlichkeiten am Sedanplatz wurden in Eigenregie renoviert und restauriert. Über 3 Monate dauerte die Umgestaltung von einer ehemaligen Kneipe in eine ansprechende Sammel-, Lager- und Ausgabestelle. Schnell wurden Händler und Helfer gefunden, die die Initiative tatkräftig unterstützten. Etwa 35 ehrenamtliche Helfer/innen waren in der Anfangszeit im Einsatz – ob beim Waren einholen, verpacken, sortieren oder in der Ausgabe. Doch im Laufe der Zeit schieden viele Unterstützer, vor allem aus Altersgründen, aus und es blieben am Ende etwa 12 Ehrenamtliche im Einsatz, die nun doppelt so viel leisten mussten. Etwa zehn bis zwölf Wochenstunden waren die Mitglieder für den„Lehrter Tisch“ im Einsatz! „Das ging nun über unsere Kräfte“, berichtet Gisela Harder.
Etwa 120 Personen wurden über den„Lehrter Tisch“ versorgt. „Einige Familien sind seit unserer Gründung mit dabei“, erklärt Dieter Brockmann, „Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Natürlich haben wir auch hier nachgefragt, ob sie uns bei Fahrtätigkeiten unterstützen würden.“ „Leider haben viele keinen Führerschein“, ergänzt Gisela Harder. Enttäuscht zeigten sich die Mitglieder auch über den Zuspruch von Seiten der Stadt und Politik. „Da hätten wir uns mehr Unterstützung gewünscht“, so Gisela Harder.