Lehrte geht - erfolgreich - neue Wege

Im Rahmen eines Fachtages konnten sich die Kita`s nun untereinander austauschen.

Programm "Wortstark" verbessert frühkindliche Sprachbildung

LEHRTE (dno). Problem erkannt, Problem - zumindest fast - gebannt! Denn mit dem Programm "Wortstark" geht die Stadt Lehrte neue Wege in der frühkindlichen Bildung und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Grund dafür waren die schlechten Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen in den Jahren 2009 bis 2012. Hier zeigten sich bei den Kindern vor allem starke Defizite im Sprachvermögen. Im Regionsvergleich landete Lehrte auf den hinteren Plätzen.
"Da bestand dringender Handlungsbedarf", schildert Kita-Fachberatung Karin Schulte-Derne. Zwar zeigte die Erfahrung, dass Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten grundsätzlich möglich ist, aber Maßnahmen in einzelnen Kita`s mit beispielsweise Sprachförderkräften nicht optimal sind. Vielmehr brauchte es ein einheitliches Verfahren zur frühpädagogischen Qualitätsentwicklung mit dem Schwerpunkt Sprachbildung sowie zur  
Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation (EBD), das von allen Kita`s angewandt wird.
Als erste Stadt in der Region Hannover, beschloss die Stadt Lehrte, für einen gemeinsamen Wissensstand bei allen pädagogischen Fachkräften zu sorgen, um damit eine Planungsgrundlage für einheitliche Standards in der Sprachbildung zu schaffen. Dafür wurden außerordentliche Mittel für personelle und sachliche Unterstützung von 860.000 Euro bereit gestellt. Ein erprobtes Team von externen Beratern, pädagogischen Fachkräften sowie seit 2014 zwei erfahrenen Praxiskoordinatorinnen unterstützen das Projekt "Wortstark". Dazu gehört auch der Diplompädagoge und Logopäde Uwe Hügle, der das praxisnahe Kita-Sprachbildungskonzept entwickelt hat.
"Sprache ist eine Schlüsselkompetenz. Es ist wichtig für die frühkindliche Bildung und Voraussetzung für eine gesunde und soziale Entwicklung", so Uwe Hügle.
Seit 2013 wurden mehr als 240 pädagogische Fachkräfte aus den 11 kommunalen Kindertagesstätten sowie aus den Kitas der freien Trägern theoretisch und praktisch in jeweils 5 Modulen geschult.
Die erfolgreichen Ergebnisse der Kita-Qualitätsinitiative "Wortstark" werden anhand von "Qualitätsbausteinen" sichtbar. Dazu zählen, Musik, Bücher und auch das Entwicklungsbeobachtungs- und Dokumentationsverfahren (EBD).
Auch hier ist Lehrte Vorreiter und führte das EBD 2014 für alle 900 Kita-Kinder ein, das von Bezugspädagogen jedes Kindes halbjährlich durchgeführt wird. Ziel ist es bei jedem Kind den Entwicklungsverlauf bis zur Einschulung so zu dokumentieren, dass ein eventueller Unterstützungsbedarf zeitnah sichtbar wird.
Dank der Maßnahmen, haben sich inzwischen die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen im Regionsvergleich, insbesondere im Bereich der Sprachbildung, massiv verbessert. Lehrte liegt nun im "guten Mittelfeld".