„Lass es Sehnde“ plant Bürgerinitiative

Zahlreiche Sehnder Bürger/innen äußerten ihre Bedenken zum Asse-Wasser-Projekt. (Foto: Reiner Luck)

„Sachliche Informationen sind derzeit Mangelware“

SEHNDE (dno). Das Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirche in Sehnde platzte aus allen Nähten. Die Initiativgruppe „Lass es Sehnde“ hatte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um mögliche Unterstützer/innen zur Gründung einer Bürgerinitiative, zu finden. Über 200 interessierte aber vor allem besorgte Sehnder Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Diskussion teil – 35 von ihnen äußerten den Wunsch, aktiv in der Bürgerinitiative mitarbeiten zu wollen.
Nach der Sitzung des Ortsrates Sehnde und dem Ausschuss für Stadtentwicklung formierte sich ein Widerstand gegen die geplante Einleitung des belasteten Laugenwassers aus der Asse-Grube. Die Befürchtungen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger in Sehnde sind vielfältig und „berechtigt“, wissen Reiner Luck und Florian Schuchardt von der Initiativgruppe.
„Viele glauben, dass größere Wassermengen eingeleitet als angegeben werden. Außerdem ist der Bau einer Halle für die Entladestation vorgesehen, dieser Aufwand wird doch nicht betrieben, für eine Wassereinleitung, die nur einmal monatlich stattfinden soll?“, so Reiner Luck. Weiterhin wird ein Imageschaden für die Stadt befürchtet. „Bislang galt Sehnde als attraktive Familienstadt und interessant für Investoren. Die Einleitung des Asse-Wassers könnte nun abschreckend wirken und auch für bestehenden Grund und Boden einen Wertverlust nach sich ziehen“, erläutert Luck.
Die Asse GmbH setzt dagegen, „dass es momentan mehrere Alternativen für die Entsorgung des belasteten Grubenwassers gibt. Das Wasser sei weites gehend unbedenklich. Und ohnehin soll die Aufnahmefähigkeit der Grube in etwa fünf Jahren erreicht sein“.
Doch mit dieser Erklärung geben sich die Bürger/innen nicht zufrieden. „Was fehlt, sind sachliche Informationen“, bedauert Luck, „Wir haben Kontakt zur Pressestelle der Firma K+S aufgenommen und sowohl Informationen als auch Gespräche in Aussicht gestellt bekommen.“
Derweil lässt sich die Initiativgruppe weder von Gerüchten noch von Entmutigung lahm legen. „Wir werden Kontakt mit aktiven Lehrtern aufnehmen, die ebenfalls davon betroffen sind. Auch mit Wathlingen und Wolfenbüttel laufen Gespräche, hier gab es schon Initiativen zu ähnlichen Themen – die waren durchaus erfolgreich“, erklärt Luck, „Wir bekommen auch Unterstützung von Ratsherren, die eine Bürgerinitiative durchaus begrüßen würden. Auch Silke Lesemann zeigte sich einsatzbereit und hat Umweltminister Christian Wenzel über den Sachverhalt informiert.
„Ein nächster Schritt ist jetzt ein Gründungstreffen der Bürgerinitiative“, so Luck. Über die Internetseite www.lass-es-sehne.de oder über facebook können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger gern der Bürgerinitiative anschließen. Auch in vielen Sehnder Geschäften liegen Unterschriftenlisten aus.