Landesligisten werden in dieser Saison auf einen unbequemen Absteiger aus Bückeburg und vier sehr starke Aufsteiger treffen

Ein Beitrag von Klaus Depenau - In der Beurteilung der Favoriten um den Aufstieg sind sich Niklas Mohs, Patrick Werner und Kurt Becker einig

BURGDORFER LAND (kd). Bereits vor Saisonschluss in der Oberliga, Landesliga und in den vier Bezirksligen gab es deutliche Hinweise, mit welchen 16 Vereinen die Fußball-Landesliga am 9./10. August 2014 den Spielbetrieb für die Saison 2014/2015 aufnehmen wird. Nachdem sich der VfL Bückeburg nach einer schwachen Hinrunde in der Oberliga Niedersachsen mit nur 13 Punkten auch in der Rückserie mit nur 15 Punkten nicht zu steigern wusste, zeichnete sich bereits frühzeitig ab, dass die Fahrstuhlmannschaft aus dem Schaumburger Land nicht den Klassenerhalt schaffen würde. Als Tabellenvorletzter verfehlte der VfL Bückeburg um etliche Punkte das Klassenziel und muss nun nach zweijähriger Zugehörigkeit zur Oberliga wieder in die Landesliga Hannover absteigen.
Das Ziel, den Klassenerhalt in der Landesliga Hannover zu erreichen, verfehlten in diesem Jahr neben den beiden Tabellenletzten Fortuna Sachsenroß Hannover und dem TSV Mühlenfeld auch die Aufsteiger SC Harsum und Blau Weiß Neuhof, die nun nach nur einjähriger Zugehörigkeit wieder in ihre Bezirksligen zurückkehren müssen. Als Aufsteiger in die Oberliga setzte sich in souveräner Art und Weise Arminia Hannover durch. Nur zwei Niederlagen und fünf Unentschieden ließen die Spieler von Trainer Alexander Kiene in 30 Punktspielen zu. Mit einem Vorsprung von 15 Punkten gegenüber dem Tabellenzweiten Heeßeler SV gelang den Arminen nach dreijähriger Abwesenheit wieder die Rückkehr in die Oberliga Niedersachsen.
Fünf Klubs verabschiedeten sich
Die fünf Startplätze, die durch das Ausscheiden des Aufsteigers Arminia Hannover und der vier Absteiger Fortuna/Sachsenroß Hannover, TSV Mühlenfeld, SC Harsum und Blau Weiß Neuhof frei geworden sind, nehmen neben dem Oberligaabsteiger VfL Bückeburg mit dem SC Uchte, STK Eilvese, TuS Garbsen und der SG Hameln 74 die vier Meister der Fußball-Bezirksligen 1 bis 4 ein, so dass die folgenden 16 Mannschaften am 9./10.August den Punktspielbetrieb in der Landesliga aufnehmen werden:
Heeßeler SV, SV Bavenstedt, TuS Sulingen, OSV Hannover, TSV Pattensen, TSV Burgdorf, SV Ramlingen/Ehlershausen, HSC BW Tündern, HSC Hannover, SV Alfeld, SpVgg Bad Pyrmont, Vfl Bückeburg, SC Uchte, STK Eilvese, TuS Garbsen und die SG Hameln 74.
Vor allem die Aufsteiger dürften das Niveau der Landesliga anheben und zu einer Bereicherung führen, da sie allesamt als spielstark gelten, wie die Bilanz des Quartetts in der abgelaufenen Bezirksligasaison belegt.
Aufsteiger mit toller Bilanz
So sicherte sich der SC Uchte in der Bezirksliga 1 in 28 Spielen mit 61 Punkten und einem Torverhältnis von 72:35 zwar nur mit einem Vorsprung von drei Zählern gegenüber dem Tabellenzweiten TSV Wetschen die Meisterschaft , doch sollte die Tatsache nicht unerwähnt bleiben, dass die Uchter bereits drei Spieltage vor Saisonende als Meister feststanden, so dass sie sich in ihren abschließenden beiden Punktpielen gegen TV Stuhr (2:4)und TuS Drakenburg (0:4)-Niederlagen erlauben konnten. Mit jeweils nur 11 Treffer verfügen die Uchter mit Kai Bredemeyer und Steven Melz über keinen herausragenden Torjäger, was sich aber nicht nachteilig bemerkbar machte. Erfolgreichster Torschütze der Bezirksliga 1 war Nils Unger vom TSV Wetschen mit 25 Treffern.
Leistungsmäßig zu überzeugen wusste auch der STK Eilvese, der nach dem unglücklichen Abstieg vor einem Jahr keineswegs unter Schock stand. So beherrschte die Mannschaft von Trainer Jürgen Wagner von Beginn an die Bezirksliga 2 und sicherte sich am Ende mit 73 Punkten und einem Torverhältnis von 99:46 mit zwölf Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten TSV Krähenwinkel/Kaltenweide den Meistertitel und damit den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga. Aufsteiger STK Eilvese stellt mit Hussein Saade, der 35 mal traf, auch den Torjäger der Bezirksliga 2 vor Patrick Heldt vom FC Lehrte, der 31 Tore erzielte.
Noch deutlicher beherrschte der TuS Garbsen in der Bezirksliga 3 die Szenerie. In 30 Spielen ließ das Team von Trainer Martin Kummer nur sechs Unentschieden und eine Niederlage im vorletzten Hinrundenspiel zu Hause gegen den FC Eldagsen zu, in dem der TuS Garbsen mit 0:2 gegen den Tabellendritten den Kürzeren zog. Zum Saisonschluss hatten die Garbsener 75 Punkte, bei einem Torverhältnis von 105:29 auf dem Konto und wiesen damit 17 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Koldinger SV auf. Mit 21 Toren stellt TuS Garbsen mit Justin Fehlder zusammen mit Dennis Brinkmann (TSV Schloß Ricklingen) und Michael Huntemann (FC Stadthagen) einer der drei Torjäger der Bezirksliga 3.
Der Verlauf der Meisterschaft in der Bezirksliga 4 stand klar im Zeichen der SG Hameln74. Nachdem die Mannschaft von Trainer Paul Bicknell in der vorigen Saison nur um drei Punkte den Aufstieg verfehlte, machte sie in diesem Jahr um so mehr von sich reden. Nicht nur die Punktausbeute von 78 Zählern und einem Torverhältnis von 133:25 (!) überraschten die Konkurrenz bei einem Vorsprung von zehn Zählern gegenüber den punktgleichen Tabellenzweiten SSG Halvestorf und dem MTV Almstedt, sondern vor allem die Ergebnisse im Bezirkspokalwettbewerb ließen aufhorchen , wo der Aufsteiger aus der Rattenfängerstadt auf dem Weg ins Finale alle Gegner mit jeweils vier geschossenen Toren ausschaltete. Darunter befanden sich mit dem SV Bavenstedt (4:1), TuS Sulingen (4:1) und zuletzt im Halbfinale dem Oberligaaufsteiger Arminia Hannover (4:2 n.E.) immerhin drei renommierte Landesligaklubs. Dass die Spielgemeinschaft aus Hameln mit Robin Tegtmeyer (32 Treffer) auch den Torschützenkönig der Bezirksliga 4 stellt, sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben.
Trainer setzen auf VfL Bückeburg
Da überrascht die Aussage von Trainer Kurt Becker vom SV Ramlingen/Ehlershausen nicht, wenn er die Landesliga stärker als in der abgelaufenen Saison einstuft. "Mit Arminia Hannover ist zwar die Übermannschaft der Landesliga nicht mehr dabei. Doch ist der VfL Bückeburg als Absteiger sehr zu beachten. Genauso wie die vier Aufsteiger, die ich für sehr stark halte. Ob sie allerdings bereits für den Titel in Frage kommen, muss man sehen. Da sind der Heeßeler SV, SV Bavenstedt, TuS Sulingen, TSV Pattensen und der VfL Bückeburg meine Favoriten. Unser Ziel muss es ein, endlich einmal eine bessere Hinrunde als zuletzt hinzulegen. Dann wird man sehen, wo wir landen."
Zuversichtlich gibt sich auch Trainer Niklas Mohs, was die Aussichten seiner Mannschaft vom Heeßeler SV für die im August beginnende Saison betrifft. "Als Vizemeister verbietet es sich, vom Klassenerhalt zu sprechen. Von meiner Mannschaft wird jetzt einiges erwartet", ist sich der HSV-Coach im klaren. "Doch zähle ich auch die Mannschaften, die in der abgelaufenen Saison auf den vorderen Plätzen gelandet sind, zu den Aspiranten auf den Titel. Vom OSV Hannover einmal abgesehen, der nach dem personellen Aderlass vor einer schwierigen Saison steht. Dafür schätze ich den TuS Sulingen hoch ein. Auch der VfL Bückeburg wird mit Sicherheit um den Titel mitspielen", ist Niklas Mohs überzeugt.
Zu dem Kreis der Titelanwärter zählt auch Trainer Patrick Werner von der TSV Burgdorf den VfL Bückeburg trotz des Abstiegs aus der Oberliga. "Die Bückeburger verfügen über eine routinierte Mannschaft, die in den letzten Jahren immer zwischen Oberliga und Landesliga pendelte. Die VfLer werden alles daran setzen, sofort wieder aufzusteigen", ist Burgdorfs Trainer überzeugt. Zu den weiteren Kandidaten um den Aufstieg zählt Patrick Werner neben dem Heeßeler SV, SV Bavenstedt, TSV Pattensen und dem SV Ramlingen/Ehlershausen auch den Aufsteiger SG Hameln 74. "Was meine Mannschaft betrifft, muss man sehen, wie gut und vor allem wie schnell wir unsere Neuzugänge nach dem Weggang von gleich sieben Stammspielern integrieren können", glaubt der TSV-Coach.