Kultur-Vandalismus war Bruch mit zivilisatorischer Vielfalt

Umgeben von Abordnungen der Burgdorfer Schützengesellschaft, der Marine- und Reservistenkameradschaft sowie der Freiwilligen Kernstadtwehr wurde nach der Ansprache von Dr. Matthias Schorr (Mi.) ein Kranz am Ehrenmal niedergelegt. Angemessen musikalisch begleitet wurde der Volkstrauertag vom Feuerwehrmusikzug Burgdorf/Hänigsen. (Foto: Georg Bosse)

Krieg ist Endpunkt des Versagens von Politik, Diplomatie und Respekt

BURGDORF (gb). Der Volkstrauertag, 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag vorgeschlagen, wurde erstmals am 28. Februar 1926 begangen. Seit 1952 erinnerte dieser staatliche „stille Gedenktag“ jedes Jahr an die Gefallenen beider Weltkriege aller Nationen sowie an die Opfer des Nationalsozialismus` und an alle Leidtragenden jeglicher Gewaltherrschaft. In Burgdorf findet zu diesem Anlass immer zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag eine Feierstunde am Ehrenmal im Stadtpark vor immer weniger Gedenkenden statt.
Am vergangenen Volkstrauertag hielt Dr. Matthias Schorr, Vorsitzender des Burgdorfer Kulturvereins SCENA, die traditionelle Ansprach, in der er kriegerische Auseinandersetzungen als Endpunkte des Versagens von Politik, Diplomatie und Respekt bezeichnete: „Von der Zerstörung Roms über den Bildersturm und die Bücherverbrennungen bis hin zum Antisemitismus fand ein Kultur-Vandalismus statt, der den Bruch mit der zivilisatorischen Vielfalt bedeutete. Dieser Kultur-Vandalismus missbrauchte Hirn, Herz und Wesen der Menschen.“
Nach den Apokalypsen des vergangenen Jahrhunderts hätten die nachfolgenden Generationen das Glück und das Privileg, in Frieden und Freiheit leben zu können, so Schorr, klagte aber an: „Bis heute lassen sich im Christentum und im Islam immer noch Menschen für so genannte „Heilige Kriege“ begeistern, die dann auch noch als von „Gott verhängte Prüfungen“ hingenommen werden.“
Dieser Gedenktag sei ein guter Anlass allgemein gegen die Barbarei in der Welt deutlich Stellung zu beziehen und dem Volkstrauertag eine neue fordernde Aufgabe zuzuweisen. „Machen wir uns gegenwärtig, dass Flüchtlinge an den Grenzen Europas jämmerlich ertrinken, dass Gewalt auf den Straßen, in Fußballstadien und U-Bahnstationen herrscht und dass sich Schüler mit Cyber-Mobbing überziehen,“ gab Matthias Schorr den Anwesenden mit auf den Heimweg.