Krankenhäuser im Sudan brauchen dringend Unterstützung

Bushra Rahama (rechts) aus dem Sudan zum zweiten Mal zu Gast in Burgdorf, mit Thomas Müßel, Ortsgruppe Burgdorf-Burgwedel Amnesty und der Vorsitzenden von Benefizz, Elisabeth Goldmann. (Foto: Dana Noll)

Sudanesischer Menschenrechtler berichtete im Benefizz-Laden

BURGDORF (dno). Seit der Unabhängigkeit des Landes wird Sudan von zahlreichen Krisen und Konflikten geprägt: zwischen Norden und Süden, in der Region Darfur, in Südkordofan oder am Blauen Nil. Die Bevölkerung, ganz besonders die Kinder, sind die Leidtragenden, denn der Sudan zählt zu den ärmsten und am höchsten verschuldeten Ländern der Erde.
„Die politische und humanitäre Lage ist dramatisch. Politische Aktivisten, Menschenrechtler und jeder, der eine Meinung hat und sie auch äußert, kann verhaftet oder inhaftiert werden. Der nationale Geheimdienst hat große Macht“, so Bushra Gamar Hussein Rahama, „ein Offizier kann entscheiden, ob du lebst oder stirbst.“
Seit Ende November 2015 ist der sudanesische Menschenrechtler wieder in Burgdorf zu Gast. Bereits vor 2 Jahren kam er nach Hannover, um hier eine starke Verletzung der Wirbelsäule behandeln zu lassen – verursacht durch die im Gefängnis erlittene Folter.
Im Benefizz-Laden in der Hannoverschen Neustadt 8 berichtete er vor etwa 40 interessierten und engagierten Besucher/innen von der politischen Situation und Menschenrechtslage im Sudan. Unterstützt wurde er dabei von der Amnesty-Ortsgruppe Burgdorf-Burgwedel, dem Antikriegshaus sowie Pastor Matthias Paul, der als Dolmetscher agierte. „Er gehört schon fest zu unserer Benefizz-Familie“, so die 1. Vorsitzende Benefizz - kirchliches Engagement für Burgdorf und Umgebung e.V., Elisabeth Goldmann.
Besonders kritisch ist die Situation in den Flüchtlingscamps, zum Beispiel in Darfur. Die Kapazitäten hier liegen bei etwa 5.000 Hilfesuchenden. Derzeit hat das Camp etwa 43.000 Menschen aufgenommen. Besonders die Krankenhäuser sind stark überfordert. Hier fehlt es an allem: Arznei, ausgebildete Ärzte und Helfer/innen und vor allem an medizinischen Geräten.
Bushra Rahama bat deshalb bei seinem Besuch um Hilfe und Unterstützung. Es wird vor allem um Geldspenden gebeten, damit der Transport von Sachspenden gewährleistet werden kann. Dr. Eberhard Rumpf (Telefon 05136/894623) von der Amnesty Ortsgruppe Burgdorf-Burgwedel steht bei Fragen gern zur Verfügung.