Kolpingsfamilie feiert 200. Geburtstag ihres Gründers

Adolph Kolping begründete die katholische Soziallehre. (Foto: Kolpingsfamilie)

Kolpingsfamilie Burgdorf beteiligt sich mit vielen Aktionen

BURGDORF (r/jk). Kolpingsfamilien auf der ganzen Welt feiern in diesem Jahr den 200. Geburtstag ihres Gründers Adolph Kolping. Er wurde am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Niemand konnte damals ahnen, dass aus dem Kind aus einfachen Verhältnissen einmal einer der bedeutendsten Sozialreformer des 19. Jahrhunderts werden würde, ja, einer der bekanntesten Deutschen überhaupt. Sein Werk lebt auch 150 Jahre nach seiner Gründung noch in über 60 Ländern der Erde weiter.

Hochamt am 8. Dezember

Am 8. Dezember begehen nun über 400.000 Kolpingmitglieder in aller Welt den 200. Geburtstag des Verbandsgründers. Während in Köln, dem Sitz des Internationalen Kolpingwerkes, die zentralen Feierlichkeiten stattfinden, lädt der Diözesanverband des Bistums Hildesheim seine Kolpingmitglieder für Sonntag zu einem Festhochamt mit Bischof Norbert Trelle ein. Dr. Norbert Gebbe, Sprecher des Leitungsteams der Kolpingsfamilie Burgdorf, berichtet: „Ursprünglich sollte das Hochamt in der St. Godehard-Kirche in Hildesheim stattfinden. Die Zahl der Anmeldungen überstieg aber schnell das vorhandene Platzangebot für 500 Gottesdienstbesucher.“ Das Festhochamt wurde daher in die Halle 39 in Hildesheim verlegt. Es beginnt um 10.30 Uhr. „Auch die Kolpingsfamilie Burgdorf wird mit mehreren Mitgliedern in der Domstadt dabei sein“, ergänzt Dr. Gebbe.
Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 als Sohn eines Schäfers in Kerpen geboren. Sein Leben und Wirken machen ihn auch noch 200 Jahre später zu einem Vorbild für die Kirche und das Kolpingwerk mit seinen mehr als 400.000 Mitgliedern weltweit. „Das Wirken Adolph Kolpings war nicht eindimensional. Er war unermüdlich, in allem, was er auf den Weg brachte, als Priester und Seelsorger, Gesellenvater und Publizist“, erklärt der Sprecher des Leitungsteams der Burgdorfer Kolpingsfamilie.

Wegbereiter der Soziallehre

Papst Johannes Paul II. nannte Adolph Kolping einen der Wegbereiter der Katholischen Soziallehre. Er habe im 19. Jahrhundert „viele Lichter des Evangeliums auf die damals sehr schwierige Frage der sozialen Gerechtigkeit in den wechselseitigen Beziehungen von Arbeit und Kapital geworfen“, stellte der Heilige Vater in seiner Predigt zur Seligsprechung Adolph Kolpings im Jahre 1991 heraus.
„Wir haben somit allen Grund, seinen 200. Geburtstag zu feiern. Das hat der Verband übrigens bereits ausgiebig getan. Das Kolpingjahr 2013 bot hierzu eine Fülle an Gelegenheiten, neben dem Feiern vor allem nach außen hin zu zeigen, dass Adolph Kolping mit seinem Denken und tatkräftigen Handeln heute noch in uns wirkt und wir uns an ihm orientieren können in unserem Engagement in Gesellschaft und Kirche“, erklärt Dr. Gebbe. Viele überlieferte Zitate ließen sich oftmals auf die heutigen Verhältnisse übertragen. „So mahnt er uns, die Nöte der Zeit zu erkennen und unser Handeln danach auszurichten, denn das Christentum ist nicht bloß für die Kirche und für die Betkammern, sondern für das ganze Leben. Das Kolpingjahr 2013 war uns als Verband, überall dort, wo wir Menschen begegnet sind, gerade auch in der Arbeit der Kolpingsfamilien vor Ort, ein Ansporn, hinzuschauen, wo unsere Tatkraft, unser Engagement als Christen gefragt war.“

Burgdorfer feierten mit

Die Kolpingsfamilie Burgdorf, die vor gut 61 Jahren gegründet worden ist und in diesem Jahr erstmals über 100 Mitglieder zählt, hat im Kolpingjahr im Frühjahr die erste Jubiläumsveranstaltung für das gesamte Bistum Hildesheim organisiert. Im Rahmen einer gut besuchten Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Hermann Kues, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, die stellvertretende Vorsitzende des Kolpingwerkes im Diözesanverband Hildesheim, Annette Stasche, und Daniel Schott, Familienpädagoge der Caritas über das Thema „Ohne Familie – kein Staat“. Weitere Höhepunkte des Kolpingjahres aus Burgdorfer Sicht waren das Familiengrillfest im Pfarrgarten im August, der Familientag auf der Bernwardswiese in Hannover und der mit 120 Gästen besuchte Vortrag über „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ Anfang November dieses Jahres. „Der Festgottesdienst am 8. Dezember in Hildesheim rundet ein tolles Kolpingjahr ab und wird bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, ist sich Dr. Gebbe sicher.