Knöllchenjagd auf automobile Kunden in Burgdorf?

Das eingeschränkte Halteverbot (Zeichen 286) verbietet für beide Fahrbahnseiten auf der Marktstraße das Halten über drei Minuten, ausgenommen Ein- und Aussteigen sowie Be- und Entladen. Ladegeschäfte müssen ohne Verzögerung durchgeführt werden. Darüber hinaus müssen in Tempo-20-Zonen keine Radfahrwege ausgewiesen werden und es gilt generell „Rechts vor Links“. (Foto: Georg Bosse)

Geschäftsleute prangern unheilvolle Parkraumbewirtschaftung an

BURGDORF (gb). Die jüngste Stadtmarketing-Arbeitskreissitzung „City“, die im Sitzungsraum der Burgdorfer Stadtwerke stattfand, brachte es ans Licht. „Die momentane Parkraumbewirtschaftung nach der Umgestaltung der Markt- und Poststraße sowie die damit verbundene Jagd auf „Falschparker“ oder Autofahrer, die nur mal kurz anhalten, erzeugen keine nette Atmosphäre und vergraulen uns auf Dauer die knöllchengebeutelten Kunden. Zunehmend, die, die aus dem Umland nach Burgdorf kommen“, wurde Apotheker Hartmut Schnaith deutlich, dem Geschäftsfrau Sonja Stünkel von Edeling`s Day & Night sofort an die Seite sprang: „Das gesamte Konzept in Burgdorf passt nicht in die heutige Zeit und ist rückständig.“
Insgesamt herrschte zu diesem emotionalen Thema eine gereizte Stimmung, der sich der Moderator, SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich, sowie die Rathausmitarbeiter, Bauamtsleiter Rainer Herbst und Wirtschaftsförderer André Scholz ausgesetzt sahen. Denn auch andere anwesende Geschäftsinhaber konnten von dem, ihrer Meinung nach unverhältnismäßig restriktiven Umgang mit automobilen Kunden, berichten. „Das treibt die Leute aus der Stadt“, war der allgemeine Tenor. Auf die Frage, für wen der Umbau denn was gebracht habe, antwortete Rainer Herbst: „Die jetzige Situation war politisch so gewollt, obwohl die Verwaltung auch andere Vorschläge gehabt hat.“ Auf Nachfrage, ob nicht an den Parkscheinautomaten eine so genannte, kostenfreie „Brötchentaste“ für Kurzparker (15 Minuten) installiert werden könnte, entgegnete Herbst: „Die „Brötchentaste“ verfehlt ihren Zweck, wenn die Nutzer mehrmals hintereinander den Schein ziehen, was sicherlich passieren würde. Zudem sind die Umrüstungskosten recht hoch und der Stadt brechen die Einnahmen weg.“
Seit gut sieben Jahren haben in Burgdorf autofahrende Kunden die Möglichkeit, sich einen Teil der Parkgebühren in Höhe von 50 Cent bei einem Einkauf ab 15 Euro erstatten zu lassen Die teilnehmenden Geschäfte waren bzw. sind mit einem entsprechenden Aufkleber gekennzeichnet. Ein „Tropfen auf den heißen Stein“, gewiss, aber der SMB würde diese „Parkgebührenerstattung“ noch einmal gerne forcieren. Ob die Aufkleber nicht auf alle Parkscheinautomaten angebracht werden könnten, um noch mehr auf diese Aktion aufmerksam zu machen, fragte Gerhard Bleich. „Dem sollte nichts entgegen stehen“, war die Antwort von Rainer Herbst.