Klimaschutz geht alle an!

Engagement für den Klimaschutz, v.l. Alfred Baxmann, Bürgermeister Stadt Burgdorf; Werner Backeberg, Bürgermeister Gemeinde Uetze; Klaus Sidortschuk, Bürgermeister Stadt Lehrte; Carl Jürgen Lehrke, Bürgermeister Stadt Sehnde, Prof. Dr. Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin sowie Udo Sahling, Geschäftsführer Klimaschutzagentur.
 
Der Markt der Möglichkeiten bot interessante Einblicke in die Aktivitäten zum Klimaschutz in den Regionen.

Klimaschutzagentur Region Hannover lud in die Städtische Galerie ein

LEHRTE (dno). Wenn sich die Bürgermeister aus Lehrte, Sehnde, Burgdorf und der Gemeinde Uetze an einen Tisch setzen, dann muss es sich schon um ein wichtiges Thema handeln. In dem Fall, um den Klimaschutz - der jeden einzelnen betrifft und bei dem auch jeder einzelne etwas dazu beitragen kann. Da waren sich nicht nur die Vertreter der Gemeinden einig, sondern auch die zahlreichen interessierten Bürger/innen, die der Einladung der Klimaschutzagentur Region Hannover in die Städtische Galerie nach Lehrte gefolgt sind. So wie die Gymnasiasten Louis und Falk aus dem 11. Jahrgang der Bismarckschule Hannover. "Wir belegen das Seminarfach Erneuerbare Energien und schauen uns hier um, was die Kommunen zur Energiewende beitragen", so die Schüler.
Auf dem "Markt der Möglichkeiten" kamen sie mit Johannes Leßmann ins Gespräch, der sich seit 1. Juli 2017 bei der Gemeinde Uetze um den Klima- und Umweltschutz kümmert.
"Ich möchte besonders das Bewusstsein der Kinder und Jugendliche stärken und sie motivieren, selbst etwas für den Klimaschutz zu tun", so Johannes Leßmann, "Klimaschutz ist ein Gewinn für alle!"
An verschiedenen Infoständen wurde gezeigt, wie Maßnahmen konkret vor Ort umgesetzt werden und auf welch vielfältige Weise man sich engagieren kann. Vertreten waren der Allgemeine Deutsche Fahrradclub e.V. (ADFC) Lehrte/Sehnde, der ADFC Burgdorf/Uetze, die Avacon Netz GmbH, enercity, die WindStrom Erneuerbare Energien GmbH, die NaturEnergie Region Hannover eG sowie die Gastgeber-Kommunen und die Klimaschutzleitstelle der Region.
Prof. Dr. Volker Quaschning aus Berlin eröffnete vor etwa 140 Zuhörenden die Vortragsreihe mit dem Thema „Strom, Wärme, Verkehr – Was muss sich für einen erfolgreichen Klimaschutz ändern?“. "Wer die vereinbarten Klimaschutzziele ernst nehme, müsse seine Klimaschutzbemühungen drastisch intensivieren. Ein für das Jahr 2019 erwarteter Stopp des Windenergieausbaus stehe dem zum Beispiel diametral entgegen", so der Experte.
Bei der anschließenden Gesprächsrunde mit den Bürgermeistern der vier Kommunen stellten Alfred Baxmann (Burgdorf), Klaus Sidortschuk (Lehrte), Carl Jürgen Lehrke (Sehnde) und Werner Backeberg (Uetze) die spannendsten Projekte und Aktivitäten in ihren Kommunen vor. Gleichzeitig benannten sie die Hemmnisse und äußerten Wünsche an die Bundespolitik.
Klaus Sidortschuk betonte "die wichtige Rolle von Energiegenossenschaften bei der Umsetzung der Energiewende". So könnte die Lehrte-Sehnde eG noch viel mehr zur Energiewende beitragen, werde aber durch die energiepolitischen Vorgaben aus Berlin ausgebremst.
Alfred Baxmann wies darauf hin, in Burgdorf sei der Klimaschutz in allen Teilen der Verwaltung verankert. „Ohne Klimaschutz geht nichts, aber wir haben als Kommune vielfältige wichtige Aufgaben vor Ort, die alle bewältigt werden müssen!"
Werner Backeberg hob hervor, dass es Uetze mit eigenen Gemeindewerken und -betrieben, Windenergieanlagen sowie Wärmenetzen gelinge, hohe Wertschöpfung vor Ort zu halten. „In Uetze kommt wirklich grüner Strom aus der Steckdose“, so Backeberg.
Carl Jürgen Lehrke forderte vom Bund mehr Verlässlichkeit bei den politischen Vorgaben. Schließlich gehe es bei der Umsetzung von Klimaschutz und Energiewende um große und langfristige Investitionen. „Wir brauchen Planungssicherheit“, so Lehrke.
Eike Müller, Projektleiter Windenergie bei der Klimaschutzagentur, stellte dar, dass man in der Region Hannover - was die Stromnetze angeht - auf der sicheren Seite sei: „Die Netze sind den Anforderungen der Energiewende gewachsen“, erklärte er.
Auch der abschließende Talk mit den Klimaschutzbeauftragen aus Burgdorf, Lehrte und Uetze sowie der Klimaschutzleitstelle der Region bot eine gute Grundlage für den Dialog mit allen Beteiligten.
Auch Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, der mit seinem Team moderierte, ist überzeugt vom Format der Veranstaltungsreihe, die auch 2018 fortgesetzt werden soll: „Den Bürgerinnen und Bürgern wird deutlich, welche Klimaschutzprojekte in ihrer Kommune laufen, wer sich in welchem Projekt engagiert und wie sie sich selbst vor Ort einbringen können.“